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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo LII-LXX: Neunzehn Passionspredigten.
Sermo LXII. 11. Predigt über das Leiden des Herrn.

2.

Dem Glaubenssatze gemäß, der uns, Geliebteste, durch die ersten Worte des auf die ehrwürdigen Apostel zurückgehenden Symbolums gelehrt wird, bekennen wir, daß unser Herr Jesus Christus, den wir den eingeborenen Sohn Gottes, des allmächtigen Vaters nennen, zugleich auch durch den Heiligen Geist aus Maria der Jungfrau geboren wurde. Wir verleugnen aber auch nicht seine Majestät, wenn wir glauben, daß Christus den Tod am Kreuze gestorben und am dritten Tage wieder auferstanden ist. Wurde doch alles, worin sich an ihm göttliches oder menschliches Wesen offenbart, durch beide Naturen gemeinschaftlich ausgeführt. Da also der Leidensunfähige mit dem Leidensfähigen vereint ist, so kann weder die Kraft der Schwachheit unterliegen, noch die Schwachheit durch die Kraft aufgehoben werden. Mit Recht erntete darum der selige Apostel Petrus für seinen Glauben an diese Einheit das Lob des Herrn. Als Christus nämlich fragte, welche Meinung die Jünger von ihm hätten, kam Petrus eiligst dem Ausspruche der übrigen zuvor, indem er sagte: "Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes"1 . Freilich erkannte er dies nicht durch eine Offenbarung seines Fleisches und Blutes, die vielmehr sein inneres Auge hätten trüben können, sondern deswegen, weil der Geist des Vaters selbst im Herzen des gläubigen Jüngers wirksam war. So lernte also derjenige, der zur Leitung der ganzen Kirche berufen wurde, zuerst selber, was er zu lehren hatte, und vernahm er zum Lohne für seinen starken Glauben, den er in die Welt hinaustragen sollte, die Worte: "Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen"2 . Darum bekennt auch der feste christzliche Glaube, der auf dem Fundament eines unerschütterlichen Felsens ruht und die Pforten des Todes nicht fürchtet, daß der eine Herr Jesus Christus ebenso wahrer Gott wie wahrer Mensch ist. Darum sieht er auch in dem Sohne der Jungfrau zugleich den Schöpfer der Mutter und in jenem, der in der Fülle der Zeiten geboren wurde, den, der aller Zeit den Anfang gab. Darum ist er auch überzeugt, daß ein und derselbe zugleich der Herr aller Kräfte und ein Sproß der sterblichen Menschen ist, daß ein und derselbe ohne Sünde war und in einem den Sündern gleichenden Leibe für diese den Opfertod erlitten hat.

1: Mt 16,16 u.a
2: Mt 16,18

 

 

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