Hilarius von Poitiers († 367) - Abhandlungen über die Psalmen. Ps. 63Der LXIII. Psalm
Der LXIII. Psalm. Zum Ende, ein Psalm Davids. „Erhöre, o Gott, mein Gebet, wenn ich zu dir flehe1; von der Furcht des Feindes befreie meine Seele. Du schützest mich vor der Versammlung der Bösen, vor der Rotte der Uebelthäter. Denn sie schärfen wie ein Schwert ihre Zunge; sie spannen den Bogen, ein bitteres Ding, um zu schießen im Verborgenen den Reinen. Plötzlich werden sie auf ihn schießen, und sie werden sich nicht scheuen; sie haben unter sich ein böses Wort beschlossen. Sie haben sich unterredet, Fallstricke zu legen, und gesagt: Wer wird sie sehen? Sie sinnen auf Gräuel, ermatten sinnend durch Forschen. Hintreten wird der Mensch zu einem hohen Herzen2, und Gott wird erhöht werden. Pfeile der Kinder sind ihre Wunden geworden, und nichts hatten ihre Zungen gegen sie. Es entsetzen sich alle, die sie sehen; und alle Menschen fürchten sich. Sie verkündigen Gottes Werke, und erkennen seine Thaten. Der Gerechte freuet sich in dem Herrn, und hoffet auf ihn, und gepriesen werden alle, welche rechten Herzens sind.“
1: Hilarius liest cum tribulor anstatt cum deprecor ad te. 2: Hilarius liest nicht ad cor altum, sondern et cor altum.
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