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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo LII-LXX: Neunzehn Passionspredigten.
Sermo LIX. 8. Predigt über das Leiden des Herrn.

8.

Laßt uns darum, Geliebteste, an dem festhalten, was der selige Völkerlehrer, der Apostel Paulus, in so herrlichen Worten ausgesprochen hat: "Zuverlässig ist das Wort und aller Beherzigung wert, daß Christus Jesus in diese Welt gekommen ist, um die Sünder zu retten!"1 . Gerade deswegen ist also Gottes Barmherzigkeit gegen uns um so wunderbarer, weil Christus nicht für Gerechte und Heilige, sondern für Ungerechte und Gottlose in den Tod gegangen ist2 . Da aber die Gottheit gegen den Stachel des Todes gefeit war, nahm der Herr durch seine Menschwerdung von uns jene Natur an, die er für uns zum Opfer bringen konnte. Schon in alten Zeiten drohte er unserem Tode mit der Macht seines Todes, indem er durch den Propheten Osee sprach: "Ich werde dein Tod sein, o Tod, und dein Riß, o Totenreich"3 . Durch sein Sterben unterwarf sich also der Herr den Gesetzen des Totenreiches, durch seine Auferstehung aber entkräftete er sie. Und in der Weise verkürzte er die Dauer des Todes, daß er ihn aus einem ewigen zu einem zeitlichen machte, "denn wie alle in Adam sterben, so werden auch alle in Christus zum Leben zurückkehren"4 . So geschehe denn, Geliebteste, was der Apostel Paulus sagt: "Diejenigen, welche leben, sollen nicht mehr sich leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist!"5 . Und weil das Alte vorüber und alles neu geworden ist6 , so möge niemand in dem alten Leben des Fleisches verharren! Nein, wir alle wollen von Tag zu Tag besser werden und durch gesteigerte Frömmigkeit an unserer Erneuerung arbeiten! So gerecht nämlich einer auch sein mag, so kann er doch während seines Lebens immer noch Gott wohlgefälliger und vollkommener werden. Stillstand ist Rückschritt. Und wer nichts gewinnt, der verliert. Darum müssen wir auf den Pfaden des Glaubens, der Nächstenliebe und der Gerechtigkeit wandeln, damit wir "nicht mit dem alten Sauerteige der Bosheit und Arglist, sondern mit den ungesäuerten Broten der Lauterkeit und Wahrheit"7 geistigerweise den Tag unserer Erlösung feiern und dadurch würdig werden, an der Auferstehung Christi teilzunehmen, der mit dem Vater und dem Heiligen Geiste lebt und waltet in Ewigkeit. Amen.

1: 1 Tim 1,15; vgl.Mt 9,13 u.a.
2: vgl.Röm 5,6
3: Osee 13,14.vgl.Hebr 2,14
4: 1 Kor 15,22
5: 2 Kor 5,15
6: ebd 17; Is 43,19
7: 1 Kor 5,8;vgl.Ex 12,15

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger