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Hilarius von Poitiers († 367)
Abhandlungen über die Psalmen.

Vorrede zu dem Buche der Psalmen

1.

[S. 318] Daß1 die Ansichten der Meisten über das Buch der Psalmen verschieden sind, wissen wir aus den Schriften selbst, [S. 319] welche sie verfaßt und hinterlassen haben. Denn einige von den Hebräern wollen, daß dieselben in fünf Bücher abgetheilt werden, so daß bis zu dem vierzigsten Psalme das erste Buch reiche, von dem vierzigsten bis zu dem einundsiebenzigsten das zweite Buch, von diesem bis zu dem achtundachtzigsten das dritte Buch, und bis zu dem hundertundfünften das vierte Buch, (weil alle diese Psalmen an ihrem Ende hätten: Amen, Amen!) und daß dann mit dem hundertundfünfzigsten Psalme das fünfte Buch schließe. Andere hingegen waren der Meinung, daß man den Psalmen die Ueberschrift geben sollte: „Die Psalmen Davids;“ und bei diesem Titel sollte man ihrer Ansicht nach glauben, daß dieselben alle von David verfaßt worden seyen. Wir hingegen nennen und betiteln sie nach dem Zeugnisse des Apostels: „Das Buch der Psalmen.“ Denn wir wissen, daß es in der Apostel-Geschichte so heiße:2 „Es steht nämlich in dem Buche der Psalmen geschrieben:3 „Verödet stehe seine Behausung, und sein Aufseher-Amt erhalte ein Anderer!“ Demnach darf weder nach einigen Hebräern die Eintheilung in fünf Bücher, noch nach der Einfalt der Meisten die Aufschrift: „Die Psalmen Davids“ angenommen werden; sondern man muß nach dem Zeugnisse des Apostels anerkennen, daß es „das Buch der Psalmen sey.“

1: In dieser Schrift, betitelt: „Abhandlungen über die Psalmen, bestrebt sich der heilige Lehrer, den buchstäblichen und den geistigen Sinn der Psalmen zu erklären, indem er den richtigen Mittelweg zwischen jenen einhält, welche sich ganz allein an den buchstäblichen und geschichtlichen Sinn halten, und jenen, welche Alles auf Jesus beziehen, indem sie sich einbilden, die Psalmen hätten keinen eigenen und buchstäblichen Sinn. Es scheint, Hilarius hat den ganzen Psalter erklärt; allein Dom Constant konnte nur einen Theil dieses Werkes in der Ausgabe der Schriften des heil. Hilarius, die 1693 zu Paris erschienen, sammeln. In jenen, welche der Marquis Scipio Maffei zu Verona 1730 veranstaltete, findet man, nebst mehrern Varianten, einige Bruchstücke von Auslegungen der Psalmen, die man diesem Vater zuschreiben will.
2: A. G. I, 20.
3: Psalm. LXVIII, 26 und CVIII, 8.

 

 

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