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Hilarius von Poitiers († 367) - Abhandlungen über die Psalmen.
Vorrede zu dem Buche der Psalmen

7.

Und obschon wir durch den Ausspruch des Herrn selbst wissen, daß Alles von dem heiligen Geiste durch den Mund Davids gesagt wurde; so gibt dennoch auch die Gestalt dieser Weissagung eben dasselbe zu erkennen, daß in ihm die Lehre der göttlichen und himmlischen Weisheit gewesen sey. Denn es wurde mit jenem Instrumente geweissagt, welches in der griechischen Sprache Psalterium, in der hebräischen Nabla genannt wird, und welches unter allen Musik-Instrumenten das geradeste, indem es nichts Verkehrtes oder Schiefes in sich faßt, und nichts, was von unten herauf zu einem Tone musikalischer Harmonie in Bewegung gesetzt wird; sondern ein nach dem Bilde des Leibes des Herrn eingerichtetes, und ohne irgend eine Einbiegung oder Abbiegung gerades Instrument ist, ein Instrument, welches man von Oben aus in Bewegung setzt und spielt, und welches zum Gesange göttlicher und himmlischer Unterweisung belebt ist, und nicht durch einen niedrigen und irdischen Athem, wie die übrigen weltlichen Instrumente, ertönt. Denn er hat nichts Niedriges und Irdisches mit dem Instrumente seines Körpers verkündiget, wie er selbst bezeugte:1 „Wer von der Erde ist, der ist von der Erde, und redet von der Erde; wer aber vom Himmel kommt, bezeugt, was er gesehen und gehört hat.“ Durch diesen himmli- [S. 326] schen Geist also wird Gott in den Psalmen besungen, nach dem Bilde des Leibes des Herrn, in welchem der himmlische Geist gesprochen hat; indem auch die Form dieses irdischen und musikalischen, und durch Einwirkung von oben, harmonisch klingenden Instrumentes in Vergleich gezogen wurde.

1: Joh. III, 31, 32.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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