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Hilarius von Poitiers († 367) - Abhandlungen über die Psalmen.
Vorrede zu dem Buche der Psalmen

15.

Und dieses ist der Grund davon, daß man1 das Gesetz des alten Bundes in zwei und zwanzig Bücher eintheilt, [S. 331] damit diese mit der Anzahl der Buchstaben übereinstimmen möchten. Diese nun werden nach den Ueberlieferungen der Alten so angenommen, daß von Moses fünf Bücher sind, von Josua, dem Sohne Nuns, das sechste, von den Richtern und von Ruth das siebente, daß das erste und das zweite Buch der Könige das achte, das dritte und das vierte das neunte, die zwei Bücher Paralipomenon das zehnte sind, daß2 ferner die Tagbücher Esdras das eilfte, das Buch der Psalmen das zwölfte, die Sprüchwörter Salomons, der Ekklesiastes und das Hohelied das dreizehnte, vierzehnte und fünfzehnte, die zwölf Propheten aber das sechzehnte, dann Isaias und Jeremias mit dem Klagliede und Briefe, so wie auch Daniel, Ezechiel, Job und Esther die Zahl der zweiundzwanzig Bücher ausmachen. Einigen aber beliebte es, mit Beifügung des Tobias und der Judith, vierundzwanzig Bücher nach der Anzahl der griechischen Buchstaben zu zählen, indem auch die römische Sprache mitten zwischen Hebräern und Griechen mitaufgenommen ist. Denn in diesen drei Sprachen wird hauptsächlich das Geheimniß des Willens Gottes und die Erwartung des Reiches der Seligkeit verkündiget; und daher kam auch jene Verfügung des Pilatus, daß er in diesen drei Sprachen die Aufschrift machen ließ, welche sagte, daß der Herr Jesus Christus der König der Juden sey. Denn ungeachtet viele barbarische Völker die Erkenntniß Gottes nach der Lehre der Apostel, und den Glauben der heut zu Tage bei ihnen sich befindlichen Kirchen erlangt haben; so hat doch die Lehre des Evangeliums besonders in dem römischen Reiche, unter wel- [S. 332] chem auch die Hebräer und die Griechen begriffen sind, ihren Sitz aufgeschlagen.

1: Man darf nicht glauben, daß Hilarius keine andern Bücher, als die, welche er hier aufzählt, für kanonische gehalten habe. Er führt nämlich hier die Schrift nach den Hebräern an, nicht wie sie zu seiner Zeit in der Kirche aufgenommen war, wie sich aus der angeführten Stelle des Origenes ersehen läßt, wo es heißt: „Es sind aber zwei und zwanzig Bücher nach den Hebräern.“ u. s. w.
2: Bei Origenes lesen wir: „Παραλειπομένων πρώτη, δευτέρα ἐν ἑνὶ, διβρὴ αἰαμὶμ, ὅπερ ἐσὶ, λόγοι ἡμερῶν Ἔσδρας πρῶτος καὶ δεύτερος“ … woraus man schließen mag, daß Hilarius die Worte: λόγοι ἡμερῶν, welche Origenes zur Erklärung des „διβρὴ αἰαμὶμ“ bezog, unrichtig mit dem Folgenden verbunden habe …

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger