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Hilarius von Poitiers († 367) - Der Brief an seine Tochter.

4.

Und als ich so auf der Erde da lag, sagte einer der Umstehenden zu mir: Ich sehe, daß du ein besorgter und guter Vater bist, und dieses Kleid und diese Perle für deine Tochter wünschest; damit du sie jedoch noch mehr zu erlangen wünschest, will ich dir zeigen, was dieses Kleid und diese Perle Gutes an sich haben. Dieses Kleid wird nie von Motten angefressen, nicht durch den Gebrauch abgerieben, nicht beschmutzt, nicht mit Gewalt zerrissen, und nicht durch Unglück verloren; sondern es bleibt immer, wie es ist. Die Perle hingegen hat diese Eigenschaft, daß der, welcher sie bei seinem Anzuge gebraucht, nicht erkrankt, nicht altert, nicht stirbt. Denn sie hat durchaus nichts an sich, was dem Körper nachtheilig wäre; sondern wer sie trägt, dem begegnet nichts, was entweder den Tod herbeiführte, oder das Alter veränderte, oder die Gesundheit hemmte. Nachdem ich dieses gehört hatte, o Tochter, wurde ich von einer noch großern Sehnsucht nach dieser Perle und diesem Kleide erfüllt; und wie ich auf der Erde dalag, begann ich mit unaufhörlichem Weinen und anhaltendem Bitten den Jüngling anzuflehen, indem ich sagte: Heiliger Herr! habe Erbarmen mit mir Flehenden, habe Erbarmen mit meiner Besorgniß und meinem Leben. Denn gibst du mir dieses Kleid und diese Perle nicht, so werde ich unglücklich seyn, und meine [S. 218] lebende Tochter verlieren; ich will dieses Kleides und dieser Perle wegen pilgern. Du weißt, o Herr, daß ich dir nicht vorlüge.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger