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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo LII-LXX: Neunzehn Passionspredigten.
Sermo LVIII. 7. Predigt über das Leiden des Herrn.

5.

Wenn also, Geliebteste, der Sohn Gottes spricht: "Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber!"1 , so redet er die Sprache unserer Natur, und nimmt er sich unserer Schwäche und Bangigkeit an; denn durch sein Leiden sollte die Ausdauer des Menschen gestärkt und dieser von seiner Angst befreit werden. Zum Schlusse läßt jedoch der Herr von dieser Bitte ab. Er entschuldigt sich gewissermaßen wegen der aus unserer schwachen menschlichen Natur entspringenden Furcht, die uns nicht beherrschen darf, und verleiht dieser Sinnesänderung in den Worten Ausdruck; "Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst"2 . "Wenn dieser Kelch nicht an mir vorübergehen kann, ohne daß ich ihn trinke, so geschehe dein Wille!"3 . In diesem Auspruch des Hauptes liegt das Heil des ganzen Leibes. Dieses Wort diente allen Gläubigen zur Lehre und allen Bekennern zur Nacheiferung und brachte allen Märtyrern die Krone. Wer könnte nämlich gegen den Haß der Welt, den Sturm der Leidenschaften und die schrecklichen Verfolgungen der Feinde siegreich ankämpfen, wenn nicht Christus als Stellvertreter aller für alle zum Vater gebetet hätte: "Dein Wille geschehe!"4 . Darum sollen alle Söhne der Kirche, die um teueren Preis erkauft5 und durch die Gnade gerechtfertigt sind6 , dieses Wort. beherzigen! Und wenn ihnen das Unglück einer heftigen Versuchung droht, dann mögen sie zu dem Schutzmittel dieses mächtigen Gebetes ihre Zuflucht nehmen, um Furcht und Bangigkeit zu überwinden und in Heimsuchungen auszuharren!Um das Leiden des Herrn in allen Einzelheiten durchzugehen, wollen wir hier, Geliebteste, einen neuen Abschnitt unserer Ausführungen beginnen lassen, den wir auf nächsten Mittwoch verschieben! Durch diese Teilung unserer gemeinschaftlichen Betrachtung soll einer Abspannung euererseits infolge zu langer Ausdehnung meiner Predigt vorgebeugt werden! Und wenn ihr für mich betet, so wird mir auch Gottes Gnade nicht fehlen, die mich instand setzen möge, der mir obliegenden Pflicht zu genügen! Durch unseren Herrn Jesus Christus, der mit dem Vater und dem Heiligen Geiste lebt und waltet in Ewigkeit. Amen.

1: Mt 26,39u.a.
2: Mt 26,39
3: Mt 26,42
4: Mt 26,42
5: vgl.1 Kor 6,20
6: vgl.Tit 3,7

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger