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Hilarius von Poitiers († 367) - Kommentar zum Evangelium des Matthäus
Eilftes Hauptstück

8.

„Wem soll ich aber dieses Geschlecht vergleichen? Kindern ist es gleich, welche auf dem Markte sitzen, und einander zurufen,“ u. s. w. Diese ganze Rede ist ein Tadel des Unglaubens, und fließt aus dem Gefühle der obigen Klage, daß sich das übermüthige Volk durch die verschiedenartigen Verkündigungen nicht habe belehren lassen. Unter den Kindern versteht er nämlich die Propheten, welche in der Mitte der Synagoge, gleichsam wie bei einer öffentlichen Zusammenkunft auf dem Marktplatze, dem Volke den Vorwurf machen, daß sie sich, da sie sangen, mit dem Dienste des Körpers nicht nach ihnen gerichtet, das ist, daß sie ihren Worten nicht gehorcht haben. Denn nach der Tonweise der Sänger richtet sich die Bewegung der Tänzer. Sie haben aber mit Einfalt des Sinnes, wie Kinder, geprediget, und zur Erklärung, Gott Loblieder zu singen, aufgefordert, wie es in dem Liede des Moses, wie es in denen des Isaias, des David und der übrigen Propheten gehalten wird. Ferner habe sie zur Bereuung der Sünden, zum Schmerze und zur Trauer über die alten Vergehen auch der Vortrag des Johannes nicht bewogen, sie, welchen auch das Gesetz schwer geschienen habe, weil es durch Vorschriften hinsichtlich des Trankes und der Speise schwierig und lästig sey, und die Sünde in sich habe, welche er Teufel nennt; indem sie wegen der Schwierigkeit der Beobachtung nothwendig gegen das Gesetz sündigen müßten. Und nun gefalle ihnen wieder an Christo die Lehre des Evangeliums wegen der Freiheit des Lebens nicht, durch welche die Schwierigkeiten und Bürden des Gesetzes beseitiget, und schon Zöllner und Sünder zum Glauben bewogen worden seyen. Und so würden sie, nachdem so viele und so verschiedenartige [S. 154] Ermahnungen vergebens an sie gerichtet worden seyen, nicht durch die Gnade gerechtfertiget, und seyen auch nicht von dem Gesetze losgesagt.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger