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Hilarius von Poitiers († 367) - Kommentar zum Evangelium des Matthäus
Neuntes Hauptstück

2.

Der Name Zöllner ist aus dem Leben genommen; diese verließen die Werke des Gesetzes, und wollten lieber einen allgemeinen und öffentlichen Dienst versehen. Aus dem Hause also, das ist, aus den Sünden des Leibes, rief der Herr den Matthäus; er ging in sein Herz ein und setzte sich zu Tische. Denn gerade dieser ist der Verfasser dieses Evangeliums; er ging aus seinem sündigen Hause heraus, nahm den Herrn auf, und wurde durch das Wohnen desjenigen in ihm erleuchtet, in welchem mit Speisen des Evangeliums den Zöllnern und Sündern ein Mahl in reichlicher Fülle bereitet wird. Aerger ergriff dann die Juden, daß der Herr mit Zöllnern und Sündern Gemeinschaft mache. Aber er richtete die mit dem Deckmantel des Unglaubens verhüllten Worte des Gesetzes an sie, daß nämlich er den Kranken Hülfe bringe, und den Dürftigen Arznei reiche; denjenigen aber, die sich gesund glaubten, sey keine Heilung nöthig. Damit sie aber einsehen möchten, daß Keiner von ihnen gesund sey, ermähnte er sie, sie möchten lernen, was es heiße: „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer;“ das Gesetz nämlich, welches an die Beobachtung der Opfer gebunden ist, könne nicht Hülfe verschaffen, sondern das Heil werde Allen in barmherziger Verzeihung aufbewahret. „Denn ich bin nicht gekommen, um Gerechte, sondern um Sünder zur Buße zu rufen.“ Er war für Alle gekommen; wie sagt er also, er sey nicht für die Gerechten gekommen? Gab es also Einige, welche es nicht nöthig hatten, daß er kam? Aber Niemand ist aus dem Gesetze gerecht. Er zeigte demnach, daß die Prahlerei mit der Gerechtigkeit eitel sey; weil, da die Opfer nicht stark genug waren zum Heile, allen, welche unter dem Gesetze standen, Barmherzigkeit nothwendig war. Denn wenn die Gerechtigkeit aus dem Gesetze gewesen wäre, so wäre die Verzeihung durch Gnade nicht nöthig gewesen.

[S. 122]

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger