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Hilarius von Poitiers († 367) - Kommentar zum Evangelium des Matthäus
Viertes Hauptstück

10.

„Ihr seyd das Salz der Erde. Wenn das Salz seine Kraft verliert, so taugt das zu nichts, was gesalzen wird.“ Salz der Erde gibt es, wie ich meine, keines; wie hat er also die Apostel das Salz der Erde genannt? Aber man muß den eigentlichen Sinn der Worte suchen, welchen theils das Amt der Apostel, theils die Natur des Salzes selbst angeben wird. Das Salz enthält in sich allein Wasser- und Feuerstoff; und es ist aus Zweien Eines. Diese Wirkung also zu Einem Gebrauche des Menschengeschlechtes ertheilt den Körpern, welche damit besprengt werden, Unverweslichkeit, und ist zur Erhöhung der Schmackhaftigkeit einer jeden Sache, welche schmackhaft gemacht wird, sehr tauglich. Die Apostel aber sind die Verkünder himmlischer Dinge, und gleichsam die Säer der Ewigkeit, indem sie allen Körpern, welche mit ihrer Rede besprengt sind, Unsterblichkeit bringen, und, wie Johannes oben Zeuge ist, durch das Sakrament des Wassers und des Feuers vollkommen sind. Daher sind sie mit Recht das Salz der Erde genannt worden, weil sie durch die Kraft der Lehre, nach Art des Einsalzens, die Körper für die Ewigkeit aufbewahren. Aber die Natur des Salzes ist immer die nämliche, und läßt sich nie verändern. Weil jedoch der Mensch der Veränderung unterliegt, und der allein selig ist, welcher bis [S. 75] an das Ende in allen Werken Gottes ausharret, darum ermahnt er sie dadurch, daß er sie das Salz der Erde nennt, in der ihnen übertragenen göttlichen Macht zu verharren, damit sie nicht, zur Albernheit verleitet, nichts salzen, und selbst nach dem Verlurste des Gefühles für den empfangenen Geschmack das Verdorbene nicht mehr lebendig machen können, und, hinausgeworfen aus den Vorrathskammern der Kirche, nebst denen, welche sie hätten salzen sollen, von den Füßen der Einhergehenden zertreten werden.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger