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Hilarius von Poitiers († 367) - Kommentar zum Evangelium des Matthäus
Viertes Hauptstück

17.

Das Gesetz verbot zu tödten, und sühnte die Schuld des Menschenmordes durch Strenge des Gerichtes. In den Evangelien aber wird ebendieselbe Strafe der bösen Gesinnung gegen den Nächsten zuerkannt; und dem Gebote des Glaubens zu Folge ist der ohne Grund gefaßte Zorn eine eben so große Schuld, wie in den Werken des Gesetzes der Todschlag.1 „Und wer zu seinem Bruder sagt: Racha! [S. 79] der verdient, vor den hohen Rath gezogen zu werden.“2 Racha ist ein Vorwurf von Leere; und wer einen, welcher mit dem heiligen Geiste erfüllt ist, mit dem Vorwurfe der Leere belegt, verdient, vor den Rath der Heiligen gezogen zu werden; um die Herabsetzung des heiligen Geistes durch eine von den heiligen Richtern verhängte Strafe zu büßen. „Wer ihn aber Narr heißt, wird des höllischen Feuers schuldig seyn.“ Man setzt sich der Gefahr aus, eine große Sünde zu begehen, wenn man denjenigen, welchen Gott das Salz genannt hat, mit der Beschimpfung, daß er verrückt sey, angreift, und den, welcher den Verstand der Thoren salzt, mit der Schmähung, daß sein Verstand thöricht sey, zu erbittern. Ein solcher nun wird die Speise des ewigen Feuers seyn. Was also das Gesetz nicht einmal in den Werken selbst verdammt hat, das verdammt der Glaube der Evangelien schon wegen einer leichten Beschimpfung mit Worten.

1: Matth. V, 22.
2: Augustin I. B. der Comment, sagt, er habe von einem Juden erfahren, das Wort Racha gebrauchten die Hebräer als Interjektion, und bezeichneten dadurch nichts Bestimmtes, sondern nur ihren Unwillen. Chrysostomus in II. Homilie zu dieser Stelle sagt, im Syrischen heiße es: „Bist du. Basilius der Große, Bischof von Cäsarea in Cappadocien, erzählt, dieses Wort sey bei seinem Volke allgemein, und bezeichne einen geringern Tadel gegen Vertraute. Flaccius sagt, ein gewisser Tremellius habe ihn aufmerksam gemacht, im Talmud lese man oft ריכא, wofür die Syrer רקא sagen, und was einen Menschen ohne Hirn bedeute;” vielleicht im Griechischen χαῦνος.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger