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Hilarius von Poitiers († 367) - Kommentar zum Evangelium des Matthäus

Drittes Hauptstück

1.

Inhalt.

Von dem Versucher, dem Teufel, und von dem vierzigtägigen Fasten Jesu, von den Fischern Petrus und Andreas.

„Dann wurde Jesus von dem Geiste in die Wüste geführt, daß er von dem Teufel versucht würde,“1 u. s. w. Sowohl das Führen in die Wüste, als auch das vierzigtägige Fasten, nach dem Fasten der Hunger, die Versuchung des Satans, und die Antwort des Herrn, alles ist voll von Wirkungen des großen und himmlischen Rathschlusses. Denn dadurch, daß er in die Wüste geführt wurde, wird die Freiheit des heiligen Geistes2 angedeutet, welcher nun seinen Menschen dem Teufel hingibt, und ihm die Macht gestattet, denselben zu versuchen und mit sich zu führen, welche der Versucher nicht gehabt hätte, wenn sie ihm nicht gegeben worden wäre. Der Teufel hatte nun Verdacht aus Furcht, nicht Erkenntniß aus Verdacht; denn er wurde durch das [S. 65] vierzigtägige Fasten beunruhigt. Er wußte nämlich, daß so viele Tage die Gewässer des Abgrundes3 sich ergossen, das verheißene Land ausgekundschaftet, und dem Moses von Gott das Gesetz gegeben wurde, daß auch die Jahre, während welcher das Volk in der Wüste bei dem Wandel und dem Betragen der Engel blieb, eben diese Zahl ausgefüllt hatten. Er schöpfte also aus der Furcht vor jener Zeit bei der Versuchung dessen, welchen er als Menschen betrachtete, Verwegenheit. Denn den Adam hatte er angelockt und durch seinen Betrug in den Tod geführt. Aber so war es seiner Nichtswürdigkeit und Bosheit angemessen, daß er in demselben Menschen, über dessen Tod und Unglück er sich freute, besiegt wurde, und daß er, welcher den Menschen um Gottes Wohlthaten beneidete, vor der Versuchung Gott in dem Menschen nicht erkennen konnte. Es wird also der Herr sogleich nach der Taufe versucht, indem er durch seine Versuchung andeutet, daß gegen uns, die wir geheiliget sind, am meisten die Versuchungen des Teufels sich wenden, weil ihm der Sieg über die Heiligen mehr erwünscht ist.

1: Matth. IV, 1.
2: D. i. der göttlichen Natur des Wortes
3: Genes. VII, 17.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger