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Hilarius von Poitiers († 367) - Kommentar zum Evangelium des Matthäus

Erstes Hauptstück

1.

Inhalt.

[S. 51] Von der Geburt Christi, von den Weisen mit den Geschenken, und von dem Kindermorde.

Die Abstufung, welche Matthäus nach der Reihe der königlichen Geschlechtsfolge bekannt gemacht hatte, berechnet Lukas nach der priesterlichen Abstammung. Bei der Aufzählung gibt ein Jeder von Beiden die Verwandtschaft beider Stämme im Herrn an. Und richtig wird die Geschlechtsstufe angegeben, weil die Verbindung des Priesterstammes und des Königsstammes, durch David zu Folge der Vermählung begonnen, schon von Salathiel in Zorobabel dem Geschlechte nach bestätiget wird. Und indem so Matthäus die väterliche Abkunft, welche von Juda ausging, nachweiset, Lukas hingegen die durch Nathan aus dem Stamme Levi empfangene Herkunft angibt, weisen Beide für unsern Herrn Jesus Christus, welcher ewiger Kö- [S. 59] nig und ewiger Priester ist, nach allen seinen Vätern auch hinsichtlich der fleischlichen Abkunft die ruhmvolle Abstammung in beiden Geschlechtern nach. Daran aber, daß mehr die Geburt Josephs, als Mariens erörtert wird, ist nichts gelegen; denn die Verwandtschaft des ganzen Stammes ist Eine und dieselbe. Aber auch ein Verzeichnis haben Matthäus und Lukas gegeben, indem sie die Väter gegenseitig nennen, nicht so fast dem Geschlechte, als dem Stamme nach; weil der Stamm von Einem seinen Anfang nimmt, und in der Familie Einer Geschlechtsfolge und Abkunft enthalten ist. Denn da er als Sohn Davids und Abrahams dargestellt werden sollte, weil Matthäus so beginnt: „Buch der Abkunft Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams;“ so macht es keinen Unterschied,1 wer in der Zahl und Reihe der Abstammung gesetzt werde, wenn man nur einsieht, daß die Familie Aller von Einem angefangen habe. Da nun so Joseph und Maria von demselben Stamme sind; so wird, indem gezeigt wird, daß Joseph aus dem Geschlechte Abrahams stammt, auch nachgewiesen, daß auch Maria aus demselben stamme. Denn im Gesetze wurde diese Weise beobachtet, daß, wenn ein Familienhaupt ohne Söhne mit Tod abgegangen war, der nächstfolgende Bruder von derselben Verwandtschaft die Frau des Verstorbenen heurathete, und die erhaltenen Kinder in die Familie dessen, welcher gestorben war, übertrug, und daß somit die Reihe der Geschlechtsfolge bei den Erstgebornen blieb, indem sie als Väter derer, welche nach ihnen geboren wurden, entweder dem Namen, oder der Abstammung nach angesehen wurden.

[S. 53]

1: Hieher gehört jene Stelle bei Chrysostomus, Homil. 2 zu Matth.: „Nicht nur nicht aus einem andern Stamme, sondern nicht einmal aus einer andern Familie durfte man ehlichen. Und so werden die Worte „aus dem Hause und der Familie Davids seyn,“ man mag sie auf Maria oder auf Joseph beziehen, dasselbe sagen.“

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger