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Hilarius von Poitiers († 367) - Kommentar zum Evangelium des Matthäus
Erstes Hauptstück

3.

Die Beschaffenheit der Geburt aber ist einfach. Denn daß er von dem heiligen Geiste empfangen, aus Maria der Jungfrau geboren wurde, sagen alle Propheten. Aber mehrere Gottlose und von der geistigen Lehre weit Entfernte nehmen hievon Gelegenheit, schändlich von Maria zu denken, weil gesagt ist:1 „Ehe sie zusammenkamen, fand es sich, daß sie schwanger war;“ und jenes:2 „Fürchte dich nicht, Maria deine Gemahlin zu dir zu nehmen;“ und dieses:3 „Er erkannte sie nicht, bis sie geboren hatte;“ ohne zu bedenken, daß sie verlobt gewesen, und dieses zu Joseph gesagt worden sey, welcher sie verstoßen wollte, weil er gerecht war und nicht wollte, daß nach dem Gesetze gegen sie verfahren würde. Damit also über seine Geburt kein Zweifel obwalten möchte, wird er selbst zum Zeugen der Empfängniß Christi von dem heiligen Geiste genommen; dann nimmt er sie, weil sie verlobt war, als Gemahlin zu sich. Sie wird also nach der Geburt anerkannt, das ist, sie erhält den Namen Gemahlin. Denn sie wird anerkannt, und vermischt sich nicht. Ferner wird, als Joseph ermahnt wird, nach Aegypten zu ziehen, so zu ihm gesprochen:4 „Nimm das Kind und seine Mutter;“ und: „Zieh zurück mit dem Kinde und seiner Mutter;“ und wiederum bei Lukas: „Und es war Joseph und seine Mutter.“ Und so oft von Beiden geredet wird, ist sie vielmehr die Mutter Christi, weil sie es war, nicht die Gemahlin Josephs genannt worden, weil sie es nicht war. Aber auch diese Rücksicht wurde von dem Engel beobachtet, daß er sie, indem er sie als die Verlobte des gerechten Joseph bezeichnete, Gemahlin nannte. Denn er sagte so:5 „Joseph, Sohn Davids! fürchte dich nicht, Maria deine Gemahlin zu dir zu nehmen.“ Eines Theils erhielt sie demnach als [S. 55] die Verlobte den Namen Gemahlin, andern Theils wurde sie nach der Geburt, als Gattin anerkannt, nur die Mutter Jesu genannt, auf daß, wie dem gerechten Joseph die ehliche Verbindung mit derselben Maria während ihrer Jungfrauschaft zugetheilt wurde, so auch ihre verehrungswürdige Jungfrauschaft durch die Benennung Mutter Jesu angedeutet werden möchte.

1: Matth. I, 18.
2: Das. 20.
3: Das. 25.
4: Das. II, 13 u. 20.
5: Das. I, 20.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger