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Hilarius von Poitiers († 367) - Über die Synoden oder über den Glauben der Orientalen.

Neunundvierzigstes Hauptstück.

Es wird deutlich dargethan, warum das Wort, obschon es Fleisch geworden ist, doch nicht in Fleisch verwandelt worden sey. Denn obwohl diese Arten von Leiden das schwache Fleisch treffen, so konnte doch Gott das Wort, da es Fleisch wurde, durch das Leiden an sich1 nicht veränderlich seyn. Es ist nämlich leiden und verändert werden nicht einerlei; denn eine jede Art von Leiden verändert alles Fleisch durch Empfindung, Schmerz, Erduldung. Das Wort aber, welches Fleisch wurde, ist, obschon es sich dem Leiden unterzog, doch nicht durch Empfänglichkeit für das Leiden verändert worden. Denn es konnte leiden, konnte aber keiner Leiden fähig seyn; weil die Leidensfähigkeit das Zeichen einer schwachen Natur, das Leiden aber die Erduldung dessen ist, was zugefügt wird; und dieses hat, weil Gott unveränderlich ist, da ja das Wort Fleisch geworden ist, in ihm die Leidensmaterie ohne die Schwäche der Leidensfähigkeit gehabt. Es bleibt daher auch im Leiden die Natur unveränderlich; weil sie von ihrem Urheber nicht ver- [S. 398] schieden aus der Substanz der keiner Leiden fähigen Wesenheit geboren worden ist.

XIII. „Wenn Jemand sagt, der Vater habe die Worte: „Lasset uns den Menschen machen,“ nicht zu dem Sohne gesprochen, sondern Gott selbst habe sie zu sich selbst gesprochen; so sey er verflucht.“

XIV. „Wenn Jemand sagt, nicht der Sohn sey dem Abraham erschienen, sondern der ungeborne Gott, oder ein Theil desselben; so sey er verflucht.“

XV. „Wenn Jemand sagt, mit Jakob habe nicht der Sohn als Mensch gerungen, sondern der ungeborne Gott, oder ein Theil desselben; so sey er verflucht.“

XVI. „Wenn Jemand die Worte: „Es regnete der Herr von dem Herrn,“ nicht von dem Sohne und dem Vater versteht, sondern sagt, er habe selbst von sich regnen lassen; so sey er verflucht. Denn der Herr, der Sohn, hat von dem Herrn, dem Vater, geregnet.“

1: D. h. was seine Natur betrifft; denn hinsichtlich des angenommenen Fleisches wird die Veränderlichkeit nicht geläugnet.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger