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Hilarius von Poitiers († 367) - Über die Synoden oder über den Glauben der Orientalen.

Dreiunddreißigstes Hauptstück.

Uebrigens hat die ganze obige Abhandlung in Nichts den Vater und Sohn durch eine Verschiedenheit der Wesenheit und der Natur getrennt. Da es nämlich heißt: „Gott aus Gott, ganz aus dem Ganzen;“ so wird nicht gezweifelt, daß er als ganzer Gott aus dem ganzen Gotte geboren sey. Denn theils ist Gottes Natur von Gott nicht verschieden, theils ist der Ganze aus dem Ganzen salbst in dem, worin der Vater ist. „Der Eine aus dem Einen“ schließt die Empfindungen der menschlichen Geburt und Empfängniß aus; so daß, da Einer aus Einem ist, der nicht anders woher, oder verschieden, oder ein Anderer ist, welcher Einer aus Einem, vollkommen von dem Vollkommenen ist. Die Geburt ist, die Rücksicht auf den Ursprung ausgenommen, von der Nichtgeburt nicht verschieden, weil die Vollkommenheit Beider nicht verschieden ist. „König vom Könige.“ Die Benennung der Macht mit Einem und demselben Namen läßt keine Ungleichheit der Macht zu. „Herr vom Herrn.“ Auch die Herrschaft wird in dem Herrn gleichgestellt; und die in Beiden ohne Unterschied anerkannte Herrschaft duldet keine Verschiedenheit. Das aber, was erst nach vielem Andern beigefügt ist, „den Unwandelbaren und Unveränderlichen, der Gottheit und der Wesenheit, der Macht und der Herrlichkeit unveränderliches Ebenbild,“ ist deutlich. Denn Gott aus Gott, der Ganze aus dem Ganzen, der Vollkommene aus dem Vollkommenen, der König aus dem Könige, und der Herr aus dem Herrn hat, da in dem Besitze jener ganzen göttlichen Herrlichkeit und Natur, in wel- [S. 380] cher der Vater fortwährend bleibt, auch der Geborne und Sohn sich befindet, auch dieses aus der väterlichen Substanz, daß, er nicht veränderlich wird. Denn bei seiner Ge-burt wurde jene Natur, von der er geboren worden ist, nicht verändert; sondem er behielt nach seiner Geburt die unveränderliche Wesenheit aus der unveränderlichen Natur seines Urhebers bei. Denn obwohl er Ebenbild ist, so ist er doch unveränderliches Ebenbild; (es wurde nämlich in ihm die Natur der väterlichen Wesenheit, aus der er gezeugt ist, nicht durch Ungleichheit verändert), weil in ihm das Ebenbild der väterlichen Wesenheit geboren wurde. Da ferner gelehrt wird, daß er der Erstgeborne der ganzen Schöpfung sey, so wird behauptet, daß er auch allezeit im Anfange Gott das Wort bei Gott gewesen sey; da er der erste Geborene ist, so wird dadurch angezeigt, daß er geboren worden sey; da er immer gewesen ist, so wird er von dem Vater auch nicht der Zeit nach getrennt. Es kann also nicht den Schein haben, daß von dieser Synode, welche nichts anders beabsichtigte, als durch den Ausdruck „drei Substanzen“ die Einheit des dreifachen Namens auszuschließen, eine Theilung der Substanzen, um eine verschiedene Substanz in dem Sohne und dem Vater abzusondern, eingeführt worden sey; weil die Darlegung des ganzen Glaubens den Vater und den Sohn, den Ungebornen und den Eingebornen, weder der Zeit, noch dem Namen, noch der Wesenheit, noch der Würde, noch der Herrschaft nach trennt. Es ist aber zur allgemeinen Kenntniß dienlich, auch die übrigen an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten verfaßten Glaubenserklärungen ebenderselben orientalischen Bischöfe kennen zu lernen, damit durch mehrere Bekenntnisse die Reinheit des Gewissens erkannt werden könne.

[S. 381] Glaubenserklärung der Synode des Orientes.

Wir1 heilige Synode zu Sardika versammelt aus verschiedenen Provinzen der östlichen Theile, aus Thebais, Aegypten, Palästina, Arabien, Phönizien, Cölesyrien, Mesopotamien, Cilizien, Cappadozien, Pontus, Paphlagonien, Galatien, Bithynien, dem Hellespont, Asien, den beiden Phrygien, Pisidien, den cykladischen Inseln, Pamphylien, Karien, Lydien, Europa, Thrazien, Emimont,2 Mysien, den beiden Pannonien, haben dieses Glaubensbekenntniß abgelegt.

1: Diese Glaubensformel wurde nicht zu Sardika, sondern zu Philippolis in Thrazien von denjenigen verfaßt, welche, sich nichts Guten bewußt, das Urtheil der Synode zu Sardika scheuten. Sie würde zuerst von den Eusebianern, wenige Monate nach dem Koncilium zu Antiochia, bekannt gemacht, und durch Narcissus, Maris, Theodorus und Markus zum Constans nach Gallien im Namen der Synode gebracht. Athanas. von den Synoden.
2: Einige Handschriften lesen: Massylien mit Mysien (Massylia cum Mysia.)

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger