Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Hilarius von Poitiers († 367) - Über die Synoden oder über den Glauben der Orientalen.

Neunzehntes Hauptstück.

Beengt durch die Zeugnisse der Schriften, pflegen die Häretiker dem Sohne nur dieses beizulegen, daß er dem Vater nur der Kraft nach gleich sey; die Gleichheit der Natur aber sprechen sie ihm ab; die Thoren und Gottlosen, welche nicht einsehen, daß nur aus der Gleichheit der Natur Gleichheit der Kraft entspringe. Denn niemals erreicht eine schwächere Natur die Kraft einer Natur, welche höher [S. 363] und mächtiger, als sie, ist. Oder was werden die, welche dieses behaupten, von dem allmächtigen Gott, dem Vater, sagen, wenn seiner Macht die Macht einer niederern Natur gleichgestellt wird? Denn es kann nicht geläugnet werden, daß der Sohn dasselbe vermöge, da er gesagt hat: „Alles, was der Vater thut, das thut auf gleiche Weist auch der Sohn.“ Aber auf die Gleichheit der Macht folgt Gleichheit der Natur, indem er spricht: „Gleichwie der Vater das Leben in sich hat, so hat er auch dem Sohne gegeben, das Leben in sich selbst zu haben.“ Im Leben liegt die Bezeichnung der Natur und Wesenheit; welches, gleichwie es gehabt wird, so auch zu haben gegeben worden ist, wie gelehrt wird. Es enthält also die Gleichheit des Lebens Gleichheit der Macht; denn gleiche Macht kann nicht von ungleicher Natur seyn. Und somit ist es nothwendig, daß die Gleichheit der Wesenheit auf die Gleichheit der Macht folge; weil, wie dasselbe, was der Vater thut, auf gleiche Weise auch der Sohn thut, so der Vater, wie er das Leben hat, auf solche Weise das Leben zu haben dem Sohne gegeben hat. Verdammt also wird der Frevel des gottlosen Glaubensbekenntnisses, welcher Gleichheit der Macht gesteht, aber sich erfrecht hat, Ungleichheit der Natur zu lehren; da es der hauptsächliche Glaube unsers Hoffens ist, im Vater und Sohne gleiche göttliche Wesenheit zu bekennen.

VII. „Und wenn Jemand verspricht, an Vater und Sohn zu glauben, und den Vater einen Vater von ungleicher Wesenheit, aber von gleicher Kraft nennet; so soll er, weil er gottlose und neue Ausdrücke gegen die Wesenheit des Sohnes sich erlaubt, und gänzlich aufhebt, daß er wahrhaft Gottes Sohn sey, verflucht seyn.“
[S. 364]

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis

Navigation
. . Mehr
. . Eilftes Hauptstück.
. . Zwölftes Hauptstück.
. . Dreizehntes Hauptstück. ...
. . Vierzehntes Hauptstück. ...
. . Fünfzehntes Hauptstück. ...
. . Sechzehntes Hauptstück. ...
. . Siebenzehntes Hauptstück. ...
. . Achtzehntes Hauptstück. ...
. . Neunzehntes Hauptstück. ...
. . Zwanzigstes Hauptstück. ...
. . Einundzwanzigstes Haup...
. . Zweiundzwanzigstes ...
. . Dreiundzwanzigstes ...
. . Vierundzwanzigstes ...
. . Fünfundzwanzigstes ...
. . Sechsundzwanzigstes ...
. . Siebenundzwanzigstes ...
. . Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger