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Hilarius von Poitiers († 367) - Gegen die Arianer, oder gegen Auxentius von Mailand

Siebentes Hauptstück.

Obwohl also von ihren höchst gottlosen Lästerungen alle Papiere der Kirchen voll, und voll schon die Bücher sind; so darf doch, was sich erst unlängst ereignet hat, nicht verschwiegen werden. Als der fromme König in einer strengen Verordnung die mailändische Kirche, welche bekennt, daß Christus wahrer Gott sey, und daß er gleiche Gottheit und Wesenheit mit dem Vater habe, unter dem Scheine der Einheit, welchen die Einheit des Willens gewährt, zu beunruhigen befohlen hatte, behauptete ich in einer obwohl ungelegenen Zwischenrede, Auxentius sey ein Gotteslästerer, und müsse überhaupt für einen Feind Christi gehalten werden; auch fügte ich dieses bei, er habe einen andern Glauben, als der König selbst, und alle übrigen. Hiedurch aufgebracht, ließ uns der König vom Quästor und Magister verhören, indem ungefähr zehn Bischöfe zugleich mit uns dasaßen. Und zuerst brachte er, wie es auf dem Forum gewöhnlich ist, persönliche Schmähungen gegen mich vor, ich sey einst von dem Saturninus verdammt worden, und dürfte nicht wie ein Bischof verhört werden. Es ist jetzt nicht Zeit, das anzuführen, was hierauf entgegnet wurde; aber die, welche damals verhörten, waren der Ansicht, es sollte über den Glauben mehr, wie es dem Könige gefiel, verhandelt werden. Und da er bereits in die Enge getrieben, und es gefährlich war, zu läugnen, legte Auxentius das Bekenntniß ab, er glaube, daß Christus wahrer Gott sey, und daß er mit Gott dem Vater Eine Gottheit und Wesenheit habe. Man beschloß also, dieses niederzuschreiben, [S. 333] und damit das, was gesprochen ward, dem Gedächtnisse der Zuhörer nicht entfallen möchte, ließ ich sogleich die Schrift durch den Quästor dem Könige überreichen, worin das, worüber man übereinkam, enthalten war; und damit man mich nicht einer Lüge beschuldigen möchte, legte ich Abschriften davon bei. Alle beschloßen, Auxentius sollte eben dieses Bekenntniß vor der Menge ablegen; und man zwang ihn, es zu schreiben. Dieser aber trieb nach langen Ueberlegungen sehr schlau mit dem Glauben des Königes sein Spiel; er übergab im ein Schreiben, welches ihm Style des Antichristen verfaßt war.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger