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Hilarius von Poitiers († 367) - Gegen die Arianer, oder gegen Auxentius von Mailand

Zwölftes Hauptstück.

Ich hätte nun zwar gewünscht, o Brüder, daß Geheimniß eines so verderblichen Mysteriums lieber selbst, als durch ein Schreiben zu enthüllen, und alle Gotteslästerungen des Auxentius im Einzelnen zu erörtern; aber weil mir dieses nicht gestattet ist, so mag wenigstens ein Jeder vernehmen, was ihm gestattet ist. Vieles anderes der Kirche vorzutragen, hindert mich die Scham, und ich scheue mich, das Gräßliche der Gotteslästerungen der Arianer in einem Briefe niederzuschreiben. Vor Einem warne ich; hütet euch [S. 337] vor dem Antichristen; denn schlimm ist es, wenn euch die Liebe zu den Wänden gefesselt hat, schlimm, wenn ihr die Kirche Gottes unter Dächern und in Gebäuden verehret, schlimm, wenn ihr unter diesen den Namen des Friedens aussprechet. Unterliegt es etwa einem Zweifel, daß in diesen der Antichrist seinen Sitz aufschlagen werde; Berge und Wälder und1 Sümpfe, und Kerker und Abgründe sind für mich sicherer; denn in ihnen haben die Propheten, entweder verweilend oder versenkt, durch Gottes Geist geweissagt. Haltet euch also von dem Auxentius, dem Boten des Satans, dem Feinde Christi, dem verdorbenen Verheerer, dem Verläugner des Glaubens entfernt, welchen er vor dem Könige so bekennt hat, daß er täuschte; welcher so getäuscht hat, daß er lästerte. Nun mag derselbe so viele Synoden, als er will, gegen mich zusammenrufen; er mag mich als Ketzer, wie er es schon oft gethan hat, unter einem öffentlichen Vorwande verbannen, und so sehr es ihm beliebt, den Zorn der Machthaber gegen mich aufregen; mir wird er gewiß niemals etwas anders, als ein Teufel seyn; und ich werde nie Frieden mit Einigen wünschen, ausser mit denjenigen, welche der Verhandlung unserer Väter zu Nicäa gemäß die Arianer verfluchen, und Christum den wahren Gott nennen werden.

[S. 338]

1: Die meisten Handschriften lesen „lucus“ statt lacus; doch scheint letzteres vorzuziehen zu seyn, wenn man das V. Hauptst, § 5. zu Matthäus vergleicht; wo es heißt: „Man lehrt uns an jeglichem Orte beten; und das Gebet der Heiligen hat man unter wilden Thieren, in Gefängnissen, im Feuer, aus der Tiefe des Meeres und aus dem Leibe der wilden Thiere gehört.“ Hieher gehört auch, was Dionysius Alexandr. bei Eusebius schreibt: „Obwohl wir allein von Allen vertrieben und unterdrückt wurden, feierten wir nichts desto weniger auch damals die Festtage. Jeder Ort, wo wir einzeln verschiedene Drangsale erduldeten, Feld, sage ich, Einöde, Schiff, Stall, Kerker, diente uns als Tempel, um die heiligen Versammlungen zu halten.“

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger