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Hilarius von Poitiers († 367) - Gegen die Arianer, oder gegen Auxentius von Mailand

Eilftes Hauptstück.

Er sagt, daß er nicht zwei Götter lehre, weil es nicht zwei Väter gibt. Wer sieht diesem zu Folge nicht, daß das Bekenntniß Eines Gottes nur darum dem Vater eigen sey, weil er allein ist? Daher kam auch jene teuflische Erklärung: „Wir erkennen Einen einzigen wahren Gott Vater.“ Und nach boshaften Bezeichnungen heißt es: „Einen nach den Schriften seinem Erzeuger, dem Vater, ähnlichen Sohn.“ Steht irgendwo in den heiligen Büchern dieses geschrieben, so ist seine Lehre die der Unschuld. Sind aber in der wahren Gottheit Sohn und Vater Eins, warum wird dann die unvollkommene Meinung von der Aehnlichkeit vorgezogen? Zwar ist Christus das Ebenbild Gottes; es unterliegt aber keinem Zweifel, daß auch der Mensch Gottes Ebenbild sey, weil Adam nach dem Ebenbilde und der Aehnlichkeit Gottes gemacht worden ist. Warum räumest du, Erbe des Arius, Christo nur das ein, was uns eigen ist? Warum hintergehst du den König, warum die Comites, warum die Gemeinde Gottes, durch die Kunstgriffe deines Vaters, das heißt, des Teufels? Du nennest Christum Gott; warum täuschest du durch den Namen? Läugne, daß Moses von Pharao ein Gott genannt worden sey. Du heißest Christum den Sohn und Erstgebornen Gottes; läugne, daß Gottes erstgeborner [S. 336] Sohn Israel sey. Du behauptest, Christus sey vor den Zeiten geboren; läugne, daß auch der geschaffene Teufel vor den Zeiten und Jahrhunderten gewesen sey. Du erwähnst, Christus sey dem Vater ähnlich; läugne, daß nach dem Ebenbilde und der Aehnlichkeit Gottes der Mensch zu seyn begonnen habe. Nur das versagst du Christo, was er ist, damit er nicht wahrer Gott seyn und mit dem Vater Eine Gottheit und Wesenheit haben möchte. Und du pflegtest in Uebereinstimmung mit deinen Lehrern mich als Häretiker zu beschuldigen. Setze die Religionswidrigkeit meiner Lehre, so sehr du kannst, schriftlich auseinander, und lege den Inhalt meiner Gotteslästerung vor. Meiner Ansicht nach ist der ein Antichrist, welcher nicht bekennt, daß der Sohn in eben dem Grade Gott sey, wie der Vater; und welcher nicht so den Vater den Einen wahren Gott nennt, daß die Wahrheit der Gottheit nicht auch in dem Sohne anerkannt werde. Ist die Göttlichkeit Christi und Gottes Eine und ebendieselbe, warum hast du dieses nicht einfach niedergeschrieben? Ist sie es dir nicht, warum hast du dieses nicht einfach geläugnet?

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger