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Hilarius von Poitiers († 367) - Schreiben des heiligen Hilarius gegen den Kaiser Konstantius

Zugabe aus den Büchern über die Dreieinigkeit.

Achtundzwanzigstes Hauptstück.

Es1 ist ein Vater, aus dem Alles, was ist, sein Daseyn hat. Er ist in Christo und durch Christum der Urheber aller Dinge. Uebrigens ist sein Seyn in ihm; denn er erhält, was er ist, nicht anderswoher, sondern empfängt das, was er ist, aus sich und in sich. Er ist unendlich, denn er ist in Nichts, sondern Alles ist innerhalb seiner; er ist immer ausserhalb des Raumes, weil er durch keinen Raum eingeschloffen wird; er ist immer vor der Zeit, weil die Zeit von ihm ist. Eile mit deinem Verstande, wenn du glaubst, daß er ein Ende habe; du wirst ihn immer finden; denn, wenn du immer denkest, so gibt es immer etwas, was du denken kannst. Aber immer seinen Ort zu denken, ist für dich so, wie für ihn das Seyn ohne Ende ist. Die Sprache wird in ihm enden, sein Wesen wird kein Ende haben. Durchgehe abermals die Zeiten, du wirst finden, daß er immer ist; und wenn die Zahl der Berechnung in der Sprache mangeln wird, so mangelt doch Gott das ewige Seyn nicht. Biete deinen Verstand auf, und umfasse das Ganze mit dem Geiste; du fassest nichts. Dieses Ganze hat einen Rest; dieser Rest aber ist immer in dem Ganzen. Daher ist weder das ganz, was einen Rest hat, noch ist alles Rest, was ganz ist. Denn der Rest ist ein Theil: Alles aber ist, was ganz ist. Gott aber ist überall, und ist ganz, wo er immer ist. So geht der über die Grenze der Erkenntniß hinaus, ausserhalb dessen nichts ist, und dem immer dieß eigen ist, daß er immer ist. Dieses ist die [S. 320] Wahrheit des Geheimnisses Gottes, dieses ist der Name der undurchschaubaren Natur in dem Vater. Gott ist unsichtbar, unaussprechbar, und unendlich; um ihn auszusprechen, schweige die Sprache, um ihn aufzuspüren, werde der Sinn stumpf, und um ihn zu erfassen, verenge sich der Verstand.

1: Buch II. Hauptst. 6.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger