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Apostolische Väter - Der Hirte des Hermas
III. Gleichnisse
Fünftes Gleichnis.

2. Kap. Das Gleichnis von dem fleißigen Arbeiter im Weinberge; sein Lohn.

1. „Vernimm das Gleichnis, das ich dir mit Bezug auf das Fasten sagen will. 2. Ein Mann besaß Grund und Boden und viele Sklaven, und einen Teil seines Grundes hatte er als Weinberg angelegt. Dieser wählte sich einen treuen, beliebten und geachteten Sklaven aus, ließ ihn zu sich kommen und sprach: Nimm diesen Weinberg, den ich angepflanzt habe, und umgib ihn, bis ich komme, mit einem Zaune; sonst sollst du nichts am Weinberge machen; wenn du meinen Auftrag ausführst, sollst du von mir die Freiheit haben. Der Herr des Sklaven ging in die Fremde. 3. Als er fortgegangen war, machte sich der Sklave an den Weinberg und umgab ihn mit einem Zaune. Wie er damit fertig war, sah er, dass der Weinberg voll Unkraut war. 4. Da dachte er bei sich selbst: diesen Auftrag meines Herrn habe ich nun ausgeführt; nun will ich noch den Weinberg hier umgraben; wenn er umgegraben ist, wird er schöner aussehen, und von Unkraut frei, wird er mehr Frucht bringen, weil ihn das Unkraut nicht erstickt. Er ging daran, grub den Weinberg um und riss alles Unkraut, das darin [S. 235] war, aus. Und jener Weinberg bekam ein schönes Aussehen und zeigte guten Wuchs; denn er hatte kein Unkraut, das ihn hätte ersticken können. 5. Nach einiger Zeit kam der Herr des Sklaven und des Feldes und er ging in seinen Weinberg. Und als er den guten Zaun um den Weinberg erblickte und sah, wie dieser außerdem umgegraben und jedes Unkraut ausgerissen war und die Weinstöcke in voller Kraft standen, freute er sich gar sehr über die Arbeit seines Sklaven. 6. Da ließ er seinen geliebten Sohn, den er als Erben, und seine Freunde, die er als Ratgeber hatte, zu sich kommen und erzählte ihnen, welchen Auftrag er seinem Sklaven gegeben und welche (Arbeit) er erledigt vorgefunden habe. Und diese freuten sich mit dem Sklaven über das Zeugnis, das ihm sein Herr ausstellte. 7. Er sagte ihnen: Ich habe diesem Sklaven die Freiheit versprochen, wenn er den Auftrag, den ich ihm gab, richtig ausführe. Er hat den Auftrag erledigt und zudem noch eine schöne Arbeit an dem Weinberg getan, die mich gar sehr erfreute. Zum Lohne für seine Leistung will ich ihn nun zum Miterben meines Sohnes machen, weil er den guten Gedanken nicht von sich gewiesen, sondern ihn ausgeführt hat. 8. Diesem Vorschlag nun, dass der Sklave das Erbe mit ihm teilen solle, stimmte der Sohn des Herrn zu. 9. Einige Tage darauf veranstaltete sein [Hausherr] ein Mahl und schickte davon dem Sklaven viele Speisen zu. Dieser nahm von den Speisen, die ihm sein Herr geschickt hatte, soviel als er zu seiner Sättigung brauchte, das übrige aber verteilte er unter seine Mitknechte. 10. Diese freuten sich sehr über die Speisen, die sie von ihm bekommen hatten und fingen an, für ihn zu beten, dass er bei seinem Herrn noch viel mehr Gnade finde, weil er sich so (gut) gegen sie benommen hatte. 11. Alle diese Dinge kamen seinem Herrn wieder zu Ohren, und wiederum freute er sich gar sehr über seine Handlungsweise. Da ließ er wiederum seine Freunde und seinen Sohn zusammenkommen und teilte ihnen mit, was er mit den Speisen, die er bekommen hatte, angefangen habe; und sie waren noch mehr der Ansicht, dass der Sklave mit seinem Sohne sich in die Erbschaft teilen solle.“

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger