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Rufin von Aquileia (345–411/412) - Kommentar zum apostolischen Glaubensbekenntnis (Expositio Symboli)

37.

Auch jener letzte Artikel, welcher die Auferstehung des Fleisches ausspricht, schließt in gedrängter Kürze die ganze Wahrheit des Glaubens in dieser Beziehung vollkommen ein, wenngleich auch in diesem Punkte der kirchliche Glaube nicht nur von den Heiden, sondern auch von Häretikern angefochten wird. Denn Valentinus läugnet die [S. 76] Auferstehung des Fleisches überhaupt und die Manichäer in dem Sinne, wie wir es oben gezeigt haben. Aber diese haben allerdings den Propheten Isaias nicht vernehmen wollen, der da sagt: "Es werden auferstehen die Todten und erweckt werden Diejenigen, die in den Gräbern sind," 1 und nicht den hochweisen Daniel, der bezeugt: "Denn es werden dann aufstehen, die im Staube der Erde sind: die Einen zum ewigen Leben, die Andern aber zur Verwerfung und ewigen Beschämung." 2 Und doch hätten sie in den Evangelien, die sie anzunehmen scheinen, von unserm Herrn und Heiland das Rechte lernen müssen, der, indem er die Sadducäer belehret, sagt: "Daß aber die Todten auferstehen, habt ihr da nicht gelesen, wie zu Moses im Dornbusche redet der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs? Gott aber ist nicht ein Gott der Todten, sondern der Lebendigen." 3 In Bezug auf denselben Gegenstand hat er vorher auch erwähnt, welche und wie groß die Glorie der Auferstehung sei, wenn er sagt: "In der Auferstehung der Todten aber wird man weder zur Ehe geben noch nehmen: sondern sie werden sein wie die Engel Gottes." 4 Die Kraft der Auferstehung aber versetzt die Menschen in einen engelartigen Zustand, so daß Diejenigen, welche von der Erde auferstanden sind , nicht wiederum auf der Erde in der Gesellschaft der Thiere, sondern im Himmel bei den Engeln leben, nur Diejenigen jedoch, welche auf Grund eines reineren Lebens dazu zugelassen werden: Diejenigen nämlich, welche jetzt schon ihre Seele unversehrt bewahren, ihr Fleisch aller Befleckung der Laster entzogen und zur geistigen Glorie durch die Kraft der Heiligung umgewandelt dem Gehorsam des heiligen Geistes unterworfen haben in dem keuschen Verhalten einer schamhaften Gesinnung und dadurch es verdient haben, versetzt zu werden in die Lebensgemeinschaft der Engel.

1: Jes 26,19.
2: Dan 12.
3: Mk 2,26.31.
4: Mt 22,20 [recte 22,30].

 

 

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Einleitung: Rufin's Leben und Schriften.

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger