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Cassian († 430/35) - Sieben Bücher über die Menschwerdung Christi (De incarnatione Domini contra Nestorium)

Viertes Buch

1. Daß Christus vor Annahme des Fleisches von Ewigkeit Gott gewesen sei.

[S. 498] Da wir nun drei Bücher vollendet haben und zwar mit den treuesten und gehaltvollsten Zeugen, deren Wahrheit nicht nur durch menschliche, sondern auch durch göttliche Aussprüche gehoben wurde, so könnte uns Dieß wegen der göttlichen Autorität zum Beweise unserer Sache weitaus hinreichen, da ja die göttliche Autorität in ihrer eigenen Sache doch sicherlich schon für sich allein genügt. Aber weil die Sammlung der hl. Schriften von solchen Zeugnissen voll ist, so daß dort so viele Beweise sind als Aussprüche, ja die ganze hl. Schrift gleichsam nur ein Zeugniß des göttlichen Mundes ist: so glaubten wir noch Einiges beifügen zu sollen, nicht wegen des nöthigen Beweises, sondern weil der Stoff in Menge zu Handen ist, damit so Alles, was zur Vertheidigung nicht nöthig ist, der Ausschmückung zu gute komme. Weil wir also in den [S. 499] vorigen Büchern nicht nur durch prophetische und apostolische, sondern auch durch Zeugnisse des Evangeliums und der Engel bewiesen haben, daß unser Herr Jesus Christus Gott war, als er im Fleische und auf Erden weilte, so wollen wir jetzt zeigen, daß Derjenige, welcher im Fleische geboren wurde, auch vor Annahme des Fleisches immer Gott gewesen sei; damit du durch die übereinstimmenden und zusammenklingenden Zeugnisse der hl. Bücher einsehest, daß du Ebendenselben in der leiblichen Geburt und als Menschen gläubig für Gott halten müßest, den du vor der leiblichen Geburt nur für Gott hältst, und daß man Einen und Denselben vor der Geburt aus der Jungfrau als Gott-Wort bekennen müsse und nach dem Hervorkommen aus der Jungfrau als Gott im Fleische. Lerne also von dem Apostel, diesem Lehrer der ganzen Welt, daß Jener, der da ist Gott ohne Anfang, daß der Sohn Gottes am Ende der Weltzeit, das ist in der Fülle der Zeiten Sohn des Menschen geworden sei; denn er sagt:1 „Als aber die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, der geworden ist aus dem Weibe, geworden unter dem Gesetze.“ Sage mir nun also: Hatte Gott einen Sohn, oder hatte er keinen, ehe der Herr Jesus Christus aus seiner Mutter Maria geboren wurde? Du kannst nicht läugnen, daß er einen hatte; denn es war weder jemals der Sonn ohne den Vater noch der Vater ohne den Sohn, weil ja der Vater wegen des Sohnes seinen Namen hat, wie der Sohn wegen des Vaters.

1: Galat. 4, 4.

 

 

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Einleitung zu den sieben Büchern über die Menschwerdung Christi
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger