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Cassian († 430/35) - Sieben Bücher über die Menschwerdung Christi (De incarnatione Domini contra Nestorium)
Drittes Buch

8. In dem Bekenntnisse der Gottheit Christi sei das Bekenntniß des Kreuzes nicht durch Stillschweigen zu unterdrücken.

Laßt uns jedoch auch das Übrige ansehen, was folgt. [S. 481] In einem Schreiben an die Gemeinde der Korinther sagt derselbe obengenannte Lehrer aller Kirchen, nemlich Paulus, wie folgt:1 „Die Juden verlangen Wunderzeichen, und die Griechen suchen Weisheit; wir aber predigen Christum den Gekreuzigten, freilich den Juden als ein Ärgerniß, den Heiden als eine Thorheit, aber denen, die gerettet werden, Juden wie Griechen als Christum, der da ist die Kraft Gottes und die Weisheit Gottes.“ O mächtiger Lehrer des Glaubens, dem es hier bei der Unterweisung der Kirchen noch zu wenig schien, zu sagen, daß Christus Gott sei, wenn er nicht beigefügt hätte: der Gekreuzigte, damit er nemlich zum Zwecke einer ganz offenbaren und kräftigen Lehre des Glaubens Ebendenselben als Weisheit Gottes verkünde, welchen er den Gekreuzigten genannt hatte. Er bediente sich also nicht irgend einer feinen Wendung oder eines Umschweifes in den Worten, noch schämte er sich bei der Predigt des Evangeliums an dem Namen des Kreuzes Christi; und obgleich es den Juden ein Ärgerniß, den Heiden eine Thorheit war, zu hören, daß Gott geboren worden, daß er in einem Körper sei, daß er gelitten habe und gekreuzigt worden sei: So hat doch Jener wegen der Gottlosigkeit des judäischen Ärgernisses die Kraft seiner Gottseligkeit nicht entnervt und wegen der Ungläubigkeit fremder Thorheit nicht die Kraft seines Glaubens vermindert, sondern er predigte öffentlich, standhaft und muthig Denjenigen, welchen das Fleisch geboren, die Menschen getödtet, die Lanze durchbohrt, das Kreuz ausgespannt hatte , als die Kraft und Weisheit Gottes, den Juden freilich als Ärgerniß, den Heiden als Thorheit; aber was den Einen Ärgerniß und Thorheit war, das war den Andern Kraft und Weisheit Gottes; denn nach der Verschiedenheit der Personen war auch die Auffassung verschieden, und was der Unglaube bei seinem Mangel an gesunder Einsicht und seiner Unfähigkeit für das wahre Gute [S. 482] wahnwitzig verneint hatte, das fühlte der weise Glaube in den verborgenen Tiefen der Seele als heilig und heilbringend.

1: I. Kor. 1, 22 ff.

 

 

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Einleitung zu den sieben Büchern über die Menschwerdung Christi
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger