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Makarius, ps./ Symeon von Mesopotamien (4. Jhd.) - Fünfzig geistliche Homilien
48. Homilie.

6.

Gott hat also diese Heilmittel nur für die [im Glauben] Schwachen und Ungläubigen verordnet. Denn in seiner großen Güte wollte er das sündige Menschengeschlecht nicht vollständig vernichten. Er hat allerdings zur Erquickung und Heilung und Pflege des Leibes den Weltmenschen und allen „außen Stehenden“1 (= Nichtchristen) Heilmittel gegeben und deren Gebrauch denen gestattet, die Gott noch nicht unumschränktes Vertrauen entgegenzubringen vermögen. Du aber, der du als Einsiedler lebst und dich Christus genaht, der du ein Gotteskind sein und „von oben her“ aus dem Geiste „geboren werden“2 willst, der du höhere und größere Verheißungen empfingst als der erste Mensch, der noch frei von Leidenschaften war, du, dem die liebreiche Ankunft des Herrn geworden, du, ein Fremdling geworden für die Welt, du mußt im Vergleich zu all den Weltmenschen einen ganz neuen und außergewöhnlichen Glauben, Sinn und Wandel aufweisen3. Ehre sei dem Vater [S. 345] und dem Sohne und dem Heiligen Geiste in Ewigkeit. Amen. 49. Homilie.

1: 1 Kor. 5, 12 f.; Kol. 4, 5; 1 Thess. 4, 12.
2: Joh. 3, 3. 7.
3: Auffallen muß die überstrenge und rigorose Forderung des „Mak.“, der Mönch solle in Krankheit auf jede ärztliche Hilfe verzichten und auch in leiblicher Not sein Vertrauen einzig und allein auf den Herrn setzen. Freilich, er steht mit seinem Rigorismus nicht allein da. Stiglmayr (Sachliches und Sprachliches b. Mak. S. 61 f.) führt ein paar Beispiele solch übertriebener Strenge aus Mönchskreisen an. Dagegen gab es auch Mönchskolonien, z. B. in der nitrischen Wüste, die Ärzte hatten, welche die meiste Zeit des Tages auf den Besuch kranker Mönche verwendeten. „Mak.“ weiß recht wohl, daß man ihm Sir. 38, 1 ff. entgegenhalten werde, wonach es Gottes Wille ist, die Ärzte zu ehren und in Krankheit ihre Hilfe anzurufen. Allein diese Schriftworte läßt „Mak.“ nur für die Weltleute, nicht aber für die Mönche gelten. Stiglmayr (a. a. O. S. 622) fragt: „Ob ihm 2 Par. 16, 12 [= 2. Buch Chronik] vorschwebte, wo der König Asa getadelt wird, daß er in seiner Krankheit nicht den Herrn, sondern die Ärzte aufsuchte?“ Doch schon Theodoret von Cyrus (Quaest. in III. Reg. 48 Migne, P. G. LXXX 720 C) erklärt diese Stelle ganz gut im Einklang mit Sir. 38, 1 ff. (Stiglmayr a. a. O.)

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger