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Makarius, ps./ Symeon von Mesopotamien (4. Jhd.) - Fünfzig geistliche Homilien

46. Homilie.

1.

[S. 326] Der Unterschied zwischen dem Worte Gottes und dem Worte der Welt, zwischen den Kindern Gottes und den Kindern dieser Welt.

„Das Wort Gottes“1 ist Gott und das Wort der Welt ist Welt2. Es ist ein großer Unterschied und Abstand zwischen dem „Worte Gottes“ und dem Worte der Welt, zwischen den „Kindern Gottes“3 und den Kindern der Welt4. Denn jedes Erzeugnis gleicht seinen Erzeugern5. Will also das Erzeugnis des Geistes sich dem Worte der Welt, den Dingen der Erde, dem Ruhme dieser Welt hingeben, so stirbt es und geht zugrunde. Denn es kann keine wahre Lebensruhe finden. Seine Ruhe ist eben da, wo seine Wiege steht6. Es erstickt nämlich, wie der Herr sagt, und wird unfruchtbar für Gottes Wort der, der in Lebenssorgen verstrickt und von irdischen Banden gefesselt ist7. Ebenso wird der fleischlich Gesinnte d. i. der Weltmensch, wenn er das Wort Gottes [S. 327] hören will, erstickt, er wird wie einer, der keine Vernunft hat. Denn die an die betrügerischen Lüste der Bosheit gewöhnt sind, fühlen sich, sobald sie von Gott hören, wie von einer unangenehmen Unterhaltung belästigt und empfinden Ekel in ihrem Sinne.

1: Luk. 5, 1; 8, 11. 21; 11, 28; Apg. 4, 31; 6, 7; 11, 1; 1 Kor. 14, 36; 2 Kor. 2, 17; 4, 2; Kol. 1, 25; 1 Thess. 2, 13; 2 Tim. 2, 9; Hebr. 13, 7; 1 Petr. 1, 23.
2: Ein Satz von „kühner und sentenzartiger Kürze“, sagt Stiglmayr (Sachliches und Sprachliches b. Mak. S. 24).
3: Joh. 1, 12; 11, 52; Röm. 8, 16. 21; 9, 8; Phil. 2, 15; 1 Joh. 3, 1 f.; 5, 2.
4: Vgl. Luk. 16, 8; 20, 34.
5: Ἕκαστον γέννημα τοῖς ἰδίος ἔοικε γονεῦσιν [Hekaston gennēma tois idiois eoike goneusin]: Eine Sentenz, die, wie Stiglmayr a. a. O. S. 23 bemerkt, an das Sprichwort erinnert: „Wie der Baum, so die Frucht.“
6: Ἡ ἀνάπαυσις αῦτοῦ (sc. τοῦ γεννήματος) ἐκεῖ ἐστιν, ὅθεν καὶ ἐγεννήθη [Hē anapausis autou (sc. tou gennēmatos) ekei estin, hothen kai egennēthē]. Nach Stiglmayr a. a. O. gleichfalls eine Sentenz, die deutlich anklingt an unser „ubi bene, ibi patria“ = „wo es mir gut geht, da ist mein Vaterland“, nur daß bei „Mak.“ die Glieder umgestellt sind.
7: Matth. 13, 22; Mark. 4, 19; Luk. 8, 14.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger