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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo LII-LXX: Neunzehn Passionspredigten.
Sermo LII. 1. Predigt über das Leiden des Herrn.

5.

Diese beiden Taten sind also ein Ausfluß göttlicher Kraft. Wenn aber der Herr seine Macht und Majestät zurückhält und seinen Verfolgern Gewalt über sich gibt, so geschieht dies nach jenem Willen, durch den er uns geliebt und sich selbst für uns dahingegeben hatvgl.Eph 5,2 . An der Ausführung dieses Willens ist aber auch der Vater beteiligt, "der seines eigenen Sohnes nicht geschont, sondern ihn für uns alle geopfert hat"Röm 8,32 . Verfolgen doch Vater und Sohn, entsprechend ihrer gleichen göttlichen Natur, auch die gleichen Ziele. Daß diese aber verwirklicht wurden, dafür schulden wir euch, o Juden, und dir , o Judas, nicht den geringsten Dank, wenn gleich euere Gottlosigkeit freilich ohne daß ihr es wolltet unserer Erlösung diente und durch euch vollendet wurde, "was Gottes Hand und Ratschluß festgesetzt hatten"Apg 4,28 . Darum bringt uns der Tod Christi Befreiung, während er gegen euch als Kläger auftritt. Und mit Recht habt ihr allein an dem keinen Anteil, was ihr allen rauben wolltet. Dennoch ist unser Heiland so gütig, daß auch ihr Verzeihung finden könnt, wenn ihr nur an Christus als an den Sohn Gottes glaubt und euch dadurch von der Bosheit derer lossagt, die ihren Vater mordeten. Nicht umsonst betete der Herr am Kreuze: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!"Lk 23,34 . Selbst dir, o Judas, wäre diese Gnade nicht vorenthalten worden, hättest du zu jener Buße deine Zuflucht genommen, die dir den Weg zu Christus zeigte, statt zu der, die dich dazu aufstachelte, zum Strick zu greifenvgl.Mt 27,5: Apg 1,18 . In deinen Worten: "Ich habe gesündigt, weil ich unschuldiges Blut verriet"Mt 27,4 , zeigte sich, daß du noch immer in deinem schändlichen Unglauben verharrtestrichtiger hätte er gesagt:"Ich habe gesündigt, weil ich Christus, Gottes Sohn, verrietvgl.Dt 27,25 . So hieltest du selbst noch in deinen letzten Todesnöten Jesus nur für einen Menschen, wie wir sind, nicht aber für Gott und Gottes Sohn. Und doch hättest du dir seine Erbarmung erflehen können, wärest du nicht zum Leugner seiner Allmacht geworden. Mit diesen Worten, denen ihr, Geliebteste, voll Andacht gelauscht habt, soll es für heute genug sein, damit euch nicht bei längeren Ausführungen Ermüdung beschleicht! Was aber an Vollständigkeit fehlt, das versprechen wir, euch am Mittwoch mit Hilfe des Herrn vorzutragen. Denn er, der uns diese Predigt eingab, wird uns sicherlich auch ihre Fortsetzung finden lassen. Durch unseren Herrn Jesus Christus, dem Ehre und Herrlichkeit eigen ist in Ewigkeit. Amen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger