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Makarius, ps./ Symeon von Mesopotamien (4. Jhd.) - Fünfzig geistliche Homilien

41. Homilie.

1.

[S. 302] Gar tief sind die Gemächer der Seele, die teils mit der Gnade, teils mit der Bosheit zusammenwächst.

Das Gefäß der Seele befindet sich in großer Tiefe. So heißt es irgendwo: „Den Abgrund und das Herz erforscht er“1. Als nämlich der Mensch vom Gebote abgewichen und dem Zornesurteil verfallen war, nahm ihn die Sünde in ihre Gewalt und sie, die in ihrer Feinheit und Tiefe wie ein Abgrund von Bitterkeit ist, drang in sein Inneres ein und nahm die Weideplätze der Seele bis in ihre tiefsten Gemächer (= in ihr tiefstes Innere) in Besitz. Durch folgenden Vergleich nun wollen wir die Seele und die Sünde in ihrer Vermischung darstellen. Es ist da ein riesiger Baum mit vielen Zweigen. Er hat auch seine Wurzeln sehr tief in der Erde. So hat die Sünde bei ihrem Eindringen die Weideplätze der tiefsten Seelengemächer besetzt und ist durch Gewohnheit und Vorurteil zur zweiten Natur geworden2. Denn mit einem jeden wächst sie von Kindheit an auf und lehrt ihn das Böse.

1: Sir. 42, 18.
2: Stiglmayr (Sachliches und Sprachliches b. Mak. S. 391) bezeichnet als Fundort dieses Gleichnisses Methodius von Olymp (De resurr. 5 Migne, P. G. XVIII 269 A f.).

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger