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Makarius, ps./ Symeon von Mesopotamien (4. Jhd.) - Fünfzig geistliche Homilien
41. Homilie.

2.

Wenn nun die göttliche Gnadenkraft die Seele nach dem Glaubensmaße des einzelnen überschattet und sie von oben Hilfe erlangt, so überschattet die Gnade sie doch nur zum Teil. Es soll darum keiner glauben, seine ganze Seele sei erleuchtet. Denn noch hat die Bosheit viel Nahrung im Innern, und es kostet den Menschen große Mühe und Anstrengung, um mit der ihm verliehenen Gnade übereinzustimmen. Darum eben besucht die göttliche Gnade die Seele anfänglich nur teilweise, obwohl sie den Menschen in einem Augenblick [S. 303] reinigen und vollkommen machen könnte. Allein sie will den Willen des Menschen prüfen, ob er die Liebe zu Gott unversehrt bewahre, in keiner Hinsicht mit dem Bösen sich verbinde, sondern sich ganz der Gnade hingebe. Bewährt sich so die Seele längere Zeit, „betrübt und verspottet sie die Gnade in keiner Weise“1, so erlangt sie auf Grund des Wenigen Hilfe. Und die Gnade selbst empfängt Nahrung in der Seele und schlägt bis in ihre tiefsten Teile und Gedanken ihre Wurzeln, wofern die Seele längere Zeit sich wohl bewährt und mit der Gnade übereinstimmt, bis [schließlich] die ganze Seele von der himmlischen Gnade ergriffen ist. Dann herrscht sie im Gefäße selbst (= in der Seele).

1: Ep. ad Diognet. 11, 7; vgl. Eph. 4, 30; Hebr. 10, 29.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger