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Makarius, ps./ Symeon von Mesopotamien (4. Jhd.) - Fünfzig geistliche Homilien
30. Homilie.

8.

Auch Lazarus, den der Herr vom Tode erweckte, er, der schon ganz abscheulich roch, so daß niemand sich seinem Grabe nahen konnte1, ist ein Bild Adams, der viel Modergeruch in seine Seele aufgenommen hatte und voll Schwärze und Finsternis war. Du aber laß, wenn du von Adam, von dem Verwundeten und von Lazarus hörst, deinen Sinn nicht gleichsam auf die Berge schweifen, sondern erkenne in deinem Innern, [S. 260] in deiner Seele, daß du dieselben Wunden, denselben Modergeruch, dieselbe Finsternis in dir trägst. Denn wir alle sind Kinder jenes finsteren Geschlechts, wir alle nehmen an demselben Pesthauch teil. Das Leid, das jenen getroffen, erfahren wir alle als Nachkommen Adams. Das Leid, das [uns] zugestoßen, ist von der Art, wie es Isaias beschreibt: „Es ist keine Wunde, keine Strieme, keine Beule, die nicht eiterte, kein Pflaster kann man auflegen, kein Öl anwenden und keine Verbände machen“2. Mit einer solch unheilbaren Wunde wurden wir geschlagen, nur der Herr konnte sie heilen. Darum ist er denn auch in eigener Person gekommen, weil von „den Alten“3 (= den im Alten Bunde Lebenden) niemand imstande war, diese zu heilen, nicht das Gesetz und die Propheten. Er allein kam und heilte jene unheilbare Seelenwunde.

1: Joh. 11, 39.
2: [Is.] 1, 6.
3: Matth. 5, 21. 27. 33.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger