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Makarius, ps./ Symeon von Mesopotamien (4. Jhd.) - Fünfzig geistliche Homilien
26. Homilie.

6.

Auf ein Pergament kannst du nach Belieben Verschiedenes schreiben und wieder auslöschen. Denn das Pergament nimmt jede Schrift an. So kann auch ein rauher Mensch seinen Willen Gott hingeben und sich zum Guten wenden und er wird von Gott angenommen. Denn um sein Erbarmen zu zeigen, nimmt Gott alle an, einen jeden guten Willen. Kamen die Apostel in eine Stadt, so hielten sie sich dort eine Zeitlang auf und heilten von den Kranken einige, andere aber nicht. Wohl hätten gerade die Apostel gerne alle Toten lebendig und alle Kranken gesund gemacht. Allein es geschah nicht vollkommen ihr Wille. Denn es ward ihnen nicht [S. 215] gewährt, alles zu wirken, was sie wollten. Ebenso hätte auch Paulus, als er vom Statthalter festgehalten wurde, bewirken können, daß der Statthalter und die Mauer geborsten wäre, wenn die Gnade in ihm gewollt hätte, als ein Mann, der „den Beistand“ hatte. Allein in einem Korbe ward er herabgelassen1. Wo war die göttliche Kraft, die in ihm lebte? Es geschah dies nach göttlicher Anordnung, daß die Apostel in einigen Fällen Zeichen und Wunder wirkten, in anderen aber sich schwach erwiesen. Dadurch sollte sich das Vertrauen der Ungläubigen und der Gläubigen beurteilen lassen, die freie Selbstbestimmung sich bewähren und offenbar werden, ob nicht einige an den schwächeren Seiten [der Apostel] Anstoß nähmen. Denn hätten die Apostel alles, was sie wollten, tun können, so hätten sie infolge ihrer Zeichen die Menschen mit zwingender Gewalt zur Gottesfurcht herangezogen. Dann aber wäre keine freie Selbstbestimmung und somit nicht mehr Glaube und Unglaube möglich gewesen2. Denn das Christentum ist „ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses“3.

1: Apg. 9, 24 f.; 2 Kor. 11, 32 f.
2: Der Text scheint hier nicht ganz korrekt zu sein. Zum wenigsten muß vor τὸ αὐτεξούσιον [to autexousion] ein οὐ [ou] oder οὐκέτι [ouketi] gesetzt werden.
3: Is. 8, 14; Röm. 9, 33; 1 Petr. 2, 8.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger