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Makarius, ps./ Symeon von Mesopotamien (4. Jhd.) - Fünfzig geistliche Homilien
26. Homilie.

21.

Frage: Da nun die natürlichen Früchte diesen (= den Früchten des Geistes) ähnlich sind, wie Liebe, [S. 224] Glaube und Gebet, so sag uns dein Urteil über die Beschaffenheit des Geistigen.

Antwort: Was du aus dir tust, mag gut und gottgefällig sein, aber rein ist es nicht. Z. B. du liebst Gott, aber noch nicht vollkommen. Nun kommt der Herr und gibt dir die unwandelbare, himmlische Liebe. Du betest in natürlicher Kraft, es kommen dir dabei Zerstreuungen und [allerhand] Gedanken. Da gibt dir Gott das reine Gebet „im Geiste und in der Wahrheit“1. Die sichtbare Erde bringt meist aus sich selbst die Dornen hervor. Der Landmann pflügt und bearbeitet sie sorgfältig und streut Samen aus. Allein die Dornen wachsen ungesät und vermehren sich. Denn nach dem Fehltritt ward zu Adam gesagt: „Disteln und Dornen soll dir die Erde tragen“2. Immer wieder bearbeitet der Landmann die Erde, er gräbt die Dornen aus, allein diese vermehren sich doch. Nimm dies nun im geistigen Sinne. Seit dem Fehltritt trägt das Erdreich des Herzens Dornen und Disteln. Der Mensch arbeitet und müht sich ab und dennoch wachsen die Dornen der bösen Geister auf. Jetzt nimmt sich der Heilige Geist selbst der menschlichen Schwachheit an und der Herr streut in das Erdreich des Herzens himmlischen Samen und bearbeitet es. Ist auch der Same hineingefallen, so sprossen doch noch die Disteln und Dornen auf. Immer wieder bearbeiten der Herr selbst und der Mensch das Seelenerdreich, allein sieben böse Geister3 und die Dornen sprossen daselbst auf und wuchern fort, bis es Sommer wird, „die Gnade wächst“4 und die Dornen in der Sonnenhitze verdorren.

1: Joh. 4, 23 f.
2: Gen. 3, 18.
3: Vgl. Matth. 12, 45; Mark. 16, 9; Luk. 8, 2.
4: Röm. 6, 1; vgl. 2 Kor. 4, 15.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger