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Makarius, ps./ Symeon von Mesopotamien (4. Jhd.) - Fünfzig geistliche Homilien
19. Homilie.

6.

Zu all dem muß sich der zwingen, der den Beifall und das Wohlgefallen Christi finden will. Sieht dann der Herr seine Bereitwilligkeit und seinen guten Willen, wie er zu aller Güte, Einfalt, Freundlichkeit, Demut, Liebe und zum Gebet sich nötigt und mit Gewalt hinwendet, so schenkt er sich selbst ihm ganz und gar, der Herr selbst wirkt nun in Wahrheit in ihm rein, mühe- und zwanglos all das, was er vorher nicht einmal mit Gewalt zustande bringen konnte, weil die Sünde in ihm wohnte. Nun werden ihm alle Tugendübungen gleichsam zur Natur. Es kommt dann der Herr, er lebt in ihm und er im Herrn, er selbst (= der Herr) vollzieht in ihm ohne Mühe seine eigenen Gebote und erfüllt ihn mit der Frucht des Geistes. Wenn sich aber jemand bloß zum Gebete zwingt, bis er diese Gnadengabe von Gott erlangt, sich jedoch nicht in derselben Weise zu diesen vorgenannten Tugenden zwingt und nötigt und sich daran gewöhnt, so kann er sie nicht wahrhaft, rein und untadelig wirken. Vielmehr muß er sich, soviel wie möglich, für das Gute zubereiten. Zuweilen wird ihm zwar die göttliche Gnade auf sein Bitten und Flehen [S. 184] zuteil. Denn gütig und liebreich ist Gott, er gewährt denen, die zu ihm flehen, ihre Bitten. Besitzt aber ein Mensch die vorgenannten Tugenden nicht, gewöhnt er sich nicht an sie, bereitet er sich für dieselben nicht zu, so verliert er, falls er Gnade erlangt hat, die empfangene Gnade wieder und fällt in seinem Hochmut oder er schreitet wenigstens nicht vorwärts und wächst nicht in der Gnade, die ihm zuteil geworden. Er gibt sich eben den Geboten des Herrn nicht mit Entschiedenheit hin. Denn die Wohnung und Ruhestätte des [Heiligen] Geistes sind die Demut, die Liebe und Sanftmut und die übrigen Gebote des Herrn.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger