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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo XXXIX-L: Zwölf Predigten auf Quadragesima.
Sermo XLIX. 11. Predigt auf die vierzigtägige Fastenzeit.

4.

Damit also der tückische und vor Wut knirschende Feind keinerlei Erfolge seines Neides erringt, müssen wir jetzt mit noch größerer Hingebung1 die Vorschriften des Herrn beobachten. Darum sollen wir auch diese Tage, die alle Geheimnisse der göttlichen Barmherzigkeit umfassen, dazu benützen, Leib und Seele2 vorzubereiten, indem wir Gott um seine Leitung und seinen Beistand bitten, auf daß wir durch ihn, ohne den wir nichts vermögen3 , all unseren Pflichten nachkommen können; denn deswegen wird uns ein Gebot auferlegt, damit wir bei dem, der gebietet, Hilfe suchen! Keiner möge sich damit entschuldigen, daß er zu schwach sei, da uns jener, der uns das Wollen gab, auch die Kraft verleiht, das Gewollte zu vollbringen!4 . So sagt der selige Apostel Jakobus: "Wenn es einem von euch an Weisheit gebricht, so bitte er Gott, der allen reichlich gibt und es nicht vorrückt, und sie wird ihm zuteil werden!5 . Wer von den Gläubigen wüßte nicht, welche Tugenden er erstreben und welche Laster er bekämpfen muß? Wer sollte sein Inneres so nachsichtig beurteilen oder so wenig kennen, daß ihm verborgen bliebe, was darin auszurotten und dort zu mehren sei? Ist ja niemand so ohne alle Vernunft, daß er sich nicht eine Vorstellung von der Art und Weise seines Lebenswandels machen könnte und er keinen Einblick in die Geheimnisse seines Herzens hätte. Darum soll auch keiner in allen Stücken mit sich selbst zufrieden sein oder sich nach dem bemessen, was seinen Sinnen schmeichelt! Nein, ein jeder möge all sein Tun und Lassen auf die Wage der göttlichen Gebote legen! Da uns nun diese das eine gebieten, das andere verbieten, so wird sich der in richtiger Weise prüfen und einschätzen, der die beiden Waagschalen miteinander vergleicht und darnach sein Leben beurteilt. Hat uns doch der barmherzige göttliche Schöpfer in seinen Geboten einen hellblinkenden Spiegel verliehen, damit der Mensch darin das Antlitz seiner Seele betrachten kann und daraus erkennt, in welchem Grade sie dem Ebenbild Gottes ähnlich ist oder nicht. Laßt uns darum, wenigstens in diesen Tagen, die unserer Erlösung und Erneuerung gewidmet sind, alle irdischen Sorgen und hastenden Geschäfte etwas zurückdrängen, um uns statt weltlichen Dingen jenen zuzuwenden, die der Himmel will!

1: als bisher
2: auf das Osterfest
3: vgl.Joh 15,5
4: vgl. Phil 2,13
5: Jak 1,5

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger