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Makarius, ps./ Symeon von Mesopotamien (4. Jhd.) - Fünfzig geistliche Homilien
5. Homilie.

4.

Denn in dieser Beziehung unterscheiden sich die wahren Christen von dem ganzen Menschengeschlecht. Es besteht, wie wir vorher sagten, zwischen beiden [den Christen und den Kindern der Welt] ein großer Unterschied. Denn Geist und Sinn der Christen beschäftigen sich stets mit himmlischen Gedanken, sie schauen die ewigen Güter infolge der Gemeinschaft und Verbindung mit dem Heiligen Geiste, sie sind „von oben her aus Gott geboren“, wurden gewürdigt, in Wahrheit und Kraft „Kinder Gottes zu werden“1, sind durch viele Kämpfe und Mühen und nach langer Zeit zur Festigkeit und Beständigkeit, Leidenschaftslosigkeit und Ruhe gekommen und werden nicht mehr in unsteten, eitlen Gedanken gesiebt und umhergeworfen. In dieser Hinsicht sind sie [S. 44] größer und stärker als die Welt. Denn ihr Geist und die Gedanken der Seele ruhen im „Frieden Christi“2 und in „der Liebe des Hl. Geistes“3. Von solchen hat auch der Herr gesagt, sie seien „vom Tode zum Leben übergegangen“4. Deshalb bilden nicht Schemen und äußere Formen das Unterscheidungsmerkmal der Christen. Zwar sind die meisten der Ansicht, der wesentliche Unterschied bestehe in Schemen und äußeren Formen. Solche freilich bleiben in ihrem Sinnen und Denken der Welt gleichförmig, wie alle Weltmenschen leiden sie an unruhigen, unbeständigen Gedanken, Unglauben, Verwirrung, Furcht und Schrecken. Zwar unterscheiden sie sich äußerlich und scheinbar sowie durch einige äußerlich gute Handlungen von der Welt, mit dem Herzen und dem Geiste aber schmachten sie in irdischen Fesseln, die Ruhe aus Gott und den himmlischen Frieden des Geistes besitzen sie in ihrem Herzen nicht. Denn darum bitten sie Gott nicht, sie glauben nicht, daß sie dessen gewürdigt werden.

1: Joh. 1, 12; vgl. 11, 52; Röm. 8, 16 f. 21; 9, 8; Phil. 2, 15; 1 Joh. 3, 1 f.; 5, 2.
2: Kol. 3, 15.
3: Röm. 15, 30; vgl. Kol. 1, 8.
4: Joh. 5, 24.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger