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Makarius, ps./ Symeon von Mesopotamien (4. Jhd.) - Fünfzig geistliche Homilien
4. Homilie.

7.

Nehmen die fünf inneren Sinne1 der Seele die Gnade von oben und die Heiligung des Geistes in sich auf, so sind sie wahrhaft kluge Jungfrauen; denn sie haben die Weisheit der Gnade von oben empfangen2. Verlassen sie sich aber ausschließlich auf ihre Natur, so zeigen sie sich töricht und erweisen sich als Kinder der Welt. Denn sie haben „den Geist der Welt“3 noch [S. 25] nicht ausgezogen, mögen sie auch, veranlaßt durch einen gewissen äußeren Nimbus, sich die Meinung bilden, sie seien Bräute des Bräutigams. Gleichwie die Seelen, die in unverbrüchlicher Treue dem Herrn ergeben sind, mit ihren Gedanken bei ihm weilen, zu ihm beten, in ihm leben und nach der Liebe des Herrn sich sehnen, so wandeln umgekehrt die Seelen, die sich der Weltliebe ergeben und auf der Erde ihre Wohnstätte haben wollen, auf der Erde, auf sie sind ihre Gedanken gerichtet, mit ihr beschäftigt sich der Geist. Deshalb lassen sie sich auch nicht zu einer edlen „Geistesgesinnung“4 bringen. Ein unserer Natur fremdes Element, nämlich die himmlische Gnade, muß sich mit unserer Natur verbinden und verschmelzen, auf daß wir mit dem Herrn ins himmlische Brautgemach des Reiches eintreten und das ewige Leben erlangen können.

1: Αἱ πέντε λογικαὶ αἰσθήσεις [Hai pente logikai aisthēseis]. Auch die Stoa redet von fünf Aesthesen. Stoffels, Die mystische Theologie des Makarius, S. 834.
2: Die gleiche Vorstellung finden wir bereits bei Origenes (Hom. in Matth. 25, 12 Migne, P. G. XIII 1699 D f.): „Es ist nicht ungereimt, zu sagen, die Sinne aller, welche die göttlichen Dinge kennen gelernt haben, sind Jungfrauen, jungfräulich geworden durch das Wort Gottes . . . Alle diese Sinne empfangen ihre Lampen, d. i. ihre natürlichen Werkzeuge“. S. Theologie u. Glaube, III (1911), 280.
3: 1 Kor. 2, 12.
4: Röm. 8, 6.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger