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Makarius, ps./ Symeon von Mesopotamien (4. Jhd.) - Fünfzig geistliche Homilien
4. Homilie.

6.

Denn siehe, die fünf klugen Jungfrauen1, die nüchtern und mutig des außerhalb ihrer Natur liegenden Faktors2 harrten und in den Gefäßen ihres Herzens das Öl d. h. die von oben kommende Gnade des Geistes aufnahmen, konnten mit dem Bräutigam in das himmlische Brautgemach eingehen. Die andern aber, die törichten, die innerhalb der eigenen Natur verblieben, waren nicht wachsam und sie bemühten sich nicht, das „Freudenöl“3 in ihre Gefäße zu nehmen, solange sie noch „im Fleische“ waren4, sondern aus Sorglosigkeit, Trägheit, Leichtsinn und Unverstand oder auch aus Gerechtigkeitsdünkel schliefen sie gleichsam ein. Deshalb wurden sie auch vom Brautgemach des Reiches ausgeschlossen, [S. 24] da sie dem himmlischen Bräutigam nicht gefallen konnten. Denn vom Banne der Welt und von irdischer Liebe gefesselt weihten sie nicht ihre ganze Liebe und Sehnsucht dem himmlischen Bräutigam und sie trugen kein Öl bei sich. Die Seelen nämlich, die das außerhalb der Natur liegende Moment, die Heiligung des Geistes, suchen, ketten sich mit ihrer ganzen Liebe an den Herrn, sie leben in ihm5 und denken an ihn, von allem [anderen] aber winden sie sich los. Deshalb werden sie auch gewürdigt, das Öl der himmlischen Gnade zu empfangen; und so vermögen sie ohne Fehl durchs Leben zu gehen und voll und ganz dem geistigen Bräutigam zu gefallen. Die Seelen dagegen, die in ihrer Natur verbleiben, kriechen mit ihren Gedanken auf der Erde, nur auf Irdisches geht ihr Sinnen, auf Erden nur hält ihr Geist sich auf; zwar glauben sie in ihrem Wahne, dem Bräutigam anzugehören und im Schmucke „der Rechtsforderungen des Fleisches“6 zu prangen, allein „von oben her“ aus dem Geiste sind sie nicht geboren7, da sie das „Freudenöl“ nicht aufgenommen haben.

1: Matth. 25, 1 ff.
2: D. i. der Gnade.
3: Ps. 44, 8 [hebr. Ps. 45, 8].
4: Röm. 7, 5; 8, 8 f.
5: Kol. 2, 6.
6: Hebr. 9, 10.
7: Joh. 3, 3. 7.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger