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Makarius, ps./ Symeon von Mesopotamien (4. Jhd.) - Fünfzig geistliche Homilien
4. Homilie.

20.

Willst du von der Langmut und der großen Güte Gottes einen Begriff bekommen, dann wollen wir [sie] aus den „von Gott eingegebenen Schriften“1 kennen lernen. Schau hin auf das Volk Israel, aus dem die Väter stammen, für das die Verheißungen bestimmt waren, aus dem „Christus dem Fleische nach hervorgegangen“, dem der Gottesdienst und „der Bund gehörte“2. Wieviel hat es gesündigt! Wie oft ist es abgefallen! Gleichwohl aber verließ er sie (die Israeliten) nicht auf ewig, vielmehr unterwarf er sie zur rechten Zeit in ihrem eigenen Interesse Züchtigungen, in der Absicht, ihre „Herzenshärte“3 durch Trübsal zu erweichen, bekehrte, ermahnte [sie], sandte Propheten. Und wie lange zeigte er seine Langmut, als sie sündigten und ihn beleidigten! Wenn sie sich bekehrten, nahm er sie mit Freude auf; und trotzdem sie sich von neuem von ihm wendeten, [S. 35] verließ er sie nicht, sondern forderte sie durch die Propheten zur Bekehrung auf. Ja, wiederholt fielen sie von ihm ab und dennoch ertrug er [sie] gerne und nahm [sie] liebreich auf, so oft sie sich wieder bekehrten, bis sie schließlich die größte Sünde auf sich luden, als sie Hand anlegten an ihren eigenen Herrn, den sie nach den Überlieferungen der heiligen Väter und Propheten als ihren Erlöser und Retter, König und Propheten erwarteten. Denn als er kam, nahmen sie ihn nicht auf, sondern fügten ihm im Gegenteil große Schmach zu und bestraften ihn schließlich mit dem Kreuzestode. Infolge dieses großen Vergehens und greulichen Verbrechens wurde das Maß ihrer Sünden, die bereits aufs höchste gestiegen waren, voll und so wurden sie denn schließlich auf immer verlassen, da der Heilige Geist von ihnen wich, als der Vorhang des Tempels zerriß4. Und so wurde ihr Tempel den Heiden ausgeliefert, zerstört und verwüstet gemäß dem Ausspruche des Herrn: „Kein Stein wird auf dem andern bleiben, der nicht abgebrochen würde“5. Und so wurden sie auf immer den Heiden überantwortet, von den Herrschern, die sie damals in die Gefangenschaft führten, in alle Welt zerstreut und durften nicht mehr in ihr eigenes Gebiet zurückkehren.

1: 2 Tim. 3, 16.
2: Röm. 9, 5. 4.
3: Vgl. Deut. 10, 16.
4: Matth. 27, 51.
5: Ebd. [Matth.] 24, 2; Mark. 13, 2; Luk. 21, 6.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger