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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo XXXIX-L: Zwölf Predigten auf Quadragesima.
Sermo XLV. 7. Predigt auf die vierzigtägige Fastenzeit.

4.

Freue dich also, gläubige Seele! Erkenne deine eigene Ehre im Ruhme dessen, der in dir wirkt, und bereite dich gerade auf das Osterfest voll Eifer vor! Ist es doch deine Pflicht, gerne mit dem zu leiden, der für alle gelitten hat. Das fromme Leben der Heiligen ist mit dem Kreuze Christi wohl vertraut. Mit den Nägeln der Enthaltsamkeit durchbohren sie das sinnliche Fleisch, und durch die Kraft des in ihnen wohnenden Geistes ertöten sie die Begierden des Leibes. Wohl jeder hat etwas an sich, was er beseitigen muß. Ausrotten soll man den Zorn und abtöten den Hochmut! Die Genußsucht muß unterdrückt und die Wurzel des Geizes noch weiter bloßgelegt werden. Auf diese Weise sind wir imstande, alle Übel im Keime zu ersticken, wenn es uns gelungen ist, ihnen den Nährboden zu entziehen. Der Seele kommt es zu, unablässig und immer mehr darüber zu wachen, und auch den Leib sollen wir nur so gebrauchen, daß er als der niedrigere Teil der menschlichen Natur seinem Leiter die notwendigen Dienste leistet! Darum ist es auch unsere Pflicht, vor allem jetzt das Fleisch durch Enthaltsamkeit zu zügeln und alles zu entfernen, was unserem Streben nach Höherem im Wege steht. Wenn sich Leib und Seele durch gleiche Reinigung auf das Osterfest des Herrn vorbereiten, so pflegen wir eine Gewohnheit, die uns immer von Nutzen sein wird. Die strenge Herrschaft gegen unsere Untergebenen soll gemildert und jede Rache für ein Vergehen aufgehoben werden! Freuen mögen sich die Schuldigen, daß sie noch diese Tage gesehen haben, an welchen unter der Herrschaft frommer und gottesfürchtiger Fürsten auch die harten öffentlichen Strafen nachgelassen werden! Aufhören möge aller Haß und schwinden jede Eifersucht! Wachsen soll der Sinn für Eintracht und für Barmherzigkeit! Und wer sich nicht scheute, sich durch böse Handlungen zu beflecken, der strebe darnach, sich durch Wohltätigkeit rein zu waschen! So streng das Gericht Gottes gegen die Hartherzigen ist, ebenso milde wird es gegen die Barmherzigen sein. Wenn die links Stehenden wegen ihrer Lieblosigkeit in das höllische Feuer hinabgestoßen sind, werden die auf der rechten Seite, denen wegen ihrer aus Nächstenliebe gespendeten Almosen das Lob des Herrn zuteil wurde, zur ewigen Glückseligkeit des Himmelreiches eingehen1 Durch unseren Herrn Jesus Christus, der mit dem Vater und dem Heiligen Geiste lebt und waltet in Ewigkeit. Amen.

1: Mt 25,31 ff.

 

 

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