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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo XXXIX-L: Zwölf Predigten auf Quadragesima.
Sermo XLII. 4. Predigt auf die vierzigtägige Fastenzeit.

4.

Laßt uns daher vor den Anschlägen dieses Gegners auf der Hut sein, nicht allein bei den Genüssen, die unseren Gaumen reizen, sondern auch bei unserem Vorsatze, Enthaltsamkeit zu üben! Er, der es verstanden hat, dem Menschengeschlechte durch die Speise den Tod zu bringen, weiß auch durch das Fasten selber zu schaden. Wie er einst dazu verführte, Verbotenes zu nehmen1 , so verleitet er jetzt durch seine Werkzeuge, die Manichäer, zu entgegengesetzter Sünde, nämlich dazu, Erlaubtes zu meiden. Natürlich nützt eine enthaltsame Lebensweise, die an wenig Nahrung gewöhnt ist und jedes Verlangen nach auserlesenen Gerichten zurückweist. Wehe aber der Lehre derjenigen, bei denen sogar das Fasten zur Sünde wird! Verdammen sie ja die Natur der Geschöpfe, so daß sie dadurch den beschimpfen, der diese erschaffen hat. Behaupten sie ja, befleckt zu werden, wenn sie Dinge genössen, deren Urheber in ihren Augen nicht Gott, sondern der Teufel ist. Und doch haftet keiner einzigen Materie etwas Böses an und ist auch das Böse selbst nirgends auf der Welt verkörpert. Alles ist aus der Hand des guten Schöpfers gut hervorgegangen. Auch gibt es nur einen, auf den sämtliche Dinge zurückgehen, ihn, "der Himmel und Erde gemacht hat, das Meer und alles, was darin ist"2 . Was nur immer davon dem Menschen zur Stillung seines Hungers und Durstes gewährt wurde, ist nach Art und Herkunft rein und heilig. Wenn man freilich diese Gaben gierig und maßlos genießt, so liegt in dem "Zuviel" das Entehrende für die der Völlerei und Trunksucht Frönenden. An sich aber erzeugen Speise und Trank keinerlei Befleckunng. Sagt doch der Apostel: "Den Reinen ist alles rein. Den Befleckten aber und Ungläubigen ist nichts rein, sondern befleckt ist ihr Sinn und ihr Gewissen3 .

1: Gen 3,1.ff.
2: Ps 145,6: Apg 14,14
3: Tit 1,15; vgl. Röm 14,20

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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