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Hieronymus († 420) - Briefe
VI. Briefe an Theophilus von Alexandrien
82. Hieronymus an Theophilus

10.

Neulich befahl und forderte er, daß ich in die Verbannung gehe. Hätte er sie doch ins Werk setzen können, dann wäre ich, so wie ihm der Wille zur Tat anzurechnen ist, des Verdienstes der Verbannung nicht nur dem Willen nach, sondern auch in Wirklichkeit teilhaftig geworden. Unter Blutvergießen und Leiden, aber nicht durch Ausbrüche der Schmähsucht ist die Kirche gegründet worden. Durch die Verfolgung blühte sie auf, das Martyrium war ihre Krone. Wenn sie allein, in deren Nähe wir wohnen, für Strenge sind, wenn sie andere verfolgen, ohne selbst erfahren zu haben, was Verfolgung bedeutet, gut, so gibt es auch bei uns Juden und Irrlehrer der verschiedensten Art, vor allem diese unreinen Manichäer. Warum wagen sie denn keinen von diesen auch nur mit einem Worte anzutasten? Ausgerechnet uns wollen sie vertreiben. Uns allein, die wir doch mit der Kirche Gemeinschaft pflegen, soll der Vorwurf gelten, daß wir die Kirche zerreißen. Ich bitte Dich, ist da unsere Forderung nicht billig, daß sie diese anderen mit uns vertreiben, oder daß sie auch uns mit jenen hier behalten? Es sei denn, sie beabsichtigen, uns damit zu ehren, daß sie uns durch die Verbannung von den Häretikern trennen wollen. Ein Mönch — ist’s möglich! — droht Mönchen und erwirkt ihnen das Exil, und gar ein Mönch, der sich rühmt, einen apostolischen Amtssitz innezuhaben! Doch diese Art Menschen (die Mönche) kennt keine Furcht und bietet dem dräuenden Schwert lieber den Nacken als die Hände dar. Welcher Mönch, der auf eine Heimat verzichtet hat, betrachtet sich nicht auch als aus der Welt verbannt? Was bedarf [S. 417] es da noch der staatlichen Gewalt, der Umstände eines kaiserlichen Reskriptes, des hin- und her Laufens auf dem ganzen Erdkreise? Johannes soll uns nur mit dem kleinen Finger anrühren, und wir werden freiwillig ziehen. Dem Herrn gehört die Erde und alles, was sie füllet. 1 Christus ist an keinen Ort gebunden.

1: Ps. 23, 1.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger