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Hieronymus († 420) - Briefe
VII. Briefe an Augustinus von Hippo
112. An Augustinus

7.

Ich will aber nicht den Schein erwecken, mich gegen Deine Gründe hinter einer Anzahl von Zeugen zu verschanzen oder unter Berufung auf berühmte Männer der Wahrheit aus dem Wege zu gehen aus Furcht vor einem ehrlichen Kampfe. Darum will ich mich für meine Ansicht kurz auf einige Stellen der Schrift berufen. Nach der Apostelgeschichte vernahm Petrus eine Stimme, die sprach: „Petrus, stehe auf, schlachte und iß!“, d.h. iß von allen Vierfüßlern und Kriechtieren und von allen Vögeln des Himmels! 1 Aus dieser [S. 440] Anweisung ergibt sich, daß kein Mensch von Natur aus unrein ist. Vielmehr sind alle in gleicher Weise zum Evangelium Christi berufen. Petrus antwortete: „Dies sei fern von mir; denn noch nie habe ich etwas Gemeines und Unreines genossen.“ Und zum zweitenmal erging an ihn die Stimme vom Himmel und sprach: „Was Gott gereinigt hat, sollst Du nicht unrein nennen!“ 2 Deshalb ging er nach Cäsarea in das Haus des Cornelius, tat seinen Mund auf und sprach: „Wahrlich, ich habe erfahren, daß Gott nicht auf die Person sieht. Aus jedem Volke ist ihm willkommen, wer ihn fürchtet und gerecht handelt.“ 3 Dann kam der Hl. Geist über sie, und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petrus gekommen waren, staunten, daß sich die Gnade des Hl. Geistes auch über die Heiden ergoß. Darauf sprach Petrus: „Kann man denen das Wasser der Taufe verweigern, die den Hl. Geist ebenso empfangen haben wie wir?“ Und er befahl, sie im Namen Jesu zu taufen. Es hörten aber die Apostel und die Brüder in Judäa, daß auch die Heiden das Wort Gottes angenommen hatten. Als aber Petrus in Jerusalem angekommen war, stritten die aus der Beschneidung gegen ihn und sagten: „Warum bist du bei Unbeschnittenen eingekehrt und hast mit ihnen gegessen?“ 4 Nachdem er ihnen seine Gründe auseinandergesetzt hatte, schloß er seine Ansprache mit folgenden Worten: „Wenn nun Gott ihnen dieselbe Gnade gegeben hat wie uns, die wir an den Herrn Jesus Christus geglaubt haben, wie hätte ich Gott hindern können?“ Damit gaben sie sich zufrieden, priesen Gott und sprachen: „Also gab der Herr auch den Heiden die Buße zum Leben.“ 5 Weiter! Paulus und Barnabas kamen geraume Zeit später nach Antiochia. Sie versammelten die Gemeinde und berichteten, welche große Taten Gott durch sie gewirkt hatte, wie Gott den Heiden die Pforte zum Glauben geöffnet habe. Da kamen [S. 441] einige aus Judäa herab, belehrten die Brüder und sprachen: „Wenn ihr euch nicht gemäß dem Gesetze des Moses beschneiden lasset, so könnt ihr nicht selig werden.“ Jetzt entstand eine große Erregung gegen Paulus und Barnabas. Alle, die Angeklagten sowohl als auch die Kläger, zogen hinauf nach Jerusalem, um mit den Aposteln und Ältesten über diese Frage zu verhandeln. Als sie in Jerusalem angekommen waren, erhoben sich einige aus der Sekte der Pharisäer, die an Christus glaubten, mit den Worten: „Man muß sie beschneiden und sie zur Beobachtung des mosaischen Gesetzes verpflichten.“ Als darüber ein großer Streit anhub, griff Petrus mit gewohntem Freimut ein: „Männer und Brüder, ihr wißt, wie vor längerer Zeit Gott mich unter uns auserwählt hat, damit die Heiden durch mich das Wort des Evangeliums vernehmen und glauben. Gott, der die Herzen kennt, legte Zeugnis ab, indem er ihnen den Hl. Geist spendete wie uns. Er machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, indem er ihre Herzen durch den Glauben reinigte. Warum versucht ihr nun Gott und legt ein Joch auf den Nacken der Gläubigen, das weder unsere Väter noch wir tragen konnten? Durch die Gnade unseres Herrn Jesu Christi vielmehr glauben wir selig zu werden wie auch sie.“ Die ganze Gemeinde aber schwieg, und der Apostel Jakobus samt allen Ältesten bekannten sich zu seiner Auffassung. 6

1: Apg. 10, 13. 12.
2: Apg.10, 14 f.
3: Ebd. 10, 34 f.
4: Ebd. 10, 44—11, 3.
5: Ebd. 11, 17 f.
6: Apg. 14, 20. 26 f.—15, 22.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger