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Hieronymus († 420) - Briefe
VII. Briefe an Augustinus von Hippo
112. An Augustinus

15.

In Deinem Briefe heißt es weiter: „Nicht deshalb tadelte Paulus den Petrus, weil er die Gebräuche der Väter beobachtete. Dies konnte er tun, ohne daß er es nötig hatte, sich zu verstellen oder vor Vorwürfen zu ängstigen.“ 1 Ich wiederhole, da Du ein Bischof bist, also ein Lehrer der Kirche Christi: „Erlaube also, um die Richtigkeit Deiner Behauptung darzutun, daß ein Christ gewordener Jude seinen Sohn beschneiden lasse, [S. 451] den Sabbat beobachte, sich von Speisen enthalte, welche Gott geschaffen hat, um sie unter Danksagung zu genießen, 2 und am 14. des ersten Monats gegen Abend ein Lamm schlachte!“ 3 Wenn Du also dazu die Erlaubnis gegeben hast — aber Du tust es ja nicht; denn Du bist ein Christ, unfähig eines Sakrilegs —, da wirst Du wohl oder übel Deine Auffassung als unrichtig preisgeben müssen. Dann wird Dich die eigene Erfahrung lehren, daß es leichter ist, die Meinung anderer anzugreifen als die eigene zu beweisen. Vielleicht aber fürchtest Du, daß ich Deinen Worten nicht glauben oder daß ich sie nicht verstehen möchte; denn eine weitschweifige Darlegung entbehrt nicht selten der Klarheit, so daß man ihre Unrichtigkeit nicht erkennt und dazu schweigt, obwohl sie Tadel verdient. Du betonst und schärfst immer wieder ein: „Paulus hat sich nur von dem losgesagt, was es im Judentum Schlechtes gab.“ 4 Worin besteht denn das Schlechte am Judentum, von dem sich Paulus getrennt hat? Es steht in Deinem Briefe: 5 „Gottes Gerechtigkeit haben sie nicht erkannt. Im Bemühen, ihre eigene aufzustellen, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen. 6 Weiter haben sie nach dem Leiden und der Auferstehung des Herrn, als das Sakrament der Gnade nach der Ordnung Melchisedechs 7 schon verheißen und eingesetzt war, die Ansicht vertreten, die alten heiligen Gebräuche seien festzuhalten nicht aus dem Gefühle einer heiligen Pietät heraus, sondern weil sie zum Heile notwendig seien. Ganz unnötig können sie freilich auch nicht gewesen sein, sonst wären die Makkabäer ihretwegen sinn- und zwecklos zu Märtyrern geworden. 8 Endlich haben die Juden die christlichen Verkünder der Gnade als Feinde des Gesetzes verfolgt. Diese sowie noch einige andere Irrtümer und falsche Ansichten hat Paulus, wie er [S. 452] sagt, als Verlust und Kehricht angesehen, um Christus zu gewinnen.“ 9

1: Ep. 67, 5 (Hilberg).
2: 1 Tim. 4, 3.
3: Exod. 12, 6 u. ö.
4: Ep. 67, 6 (Hilberg).
5: Ebd.
6: Röm. 10, 3.
7: Ps. 109, 4.
8: 2 Makk. 6, 3 ff.
9: Phil. 3, 8.

 

 

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Einleitung zu den Briefen des Hieronymus
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger