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Hieronymus († 420) - Briefe
VII. Briefe an Augustinus von Hippo
105. An Augustinus

4.

Nun komme ich zu Deiner Beteuerung, Du habest kein Buch gegen mich geschrieben und deshalb ein solches auch nicht nach Rom schicken können. Sollte sich in Deinen Schriften etwas finden, was von meiner Auffassung abweicht, dann wolltest Du mich nicht verletzen, sondern nur zum Ausdruck bringen, was Dir richtig schien. — Nun bitte ich Dich, mir in aller Geduld zuzuhören. Du hast kein Buch gegen mich geschrieben. Wie aber kommt es, daß mir andere solche Schriften von Dir mit tadelnden Bemerkungen gegen mich überbringen konnten? Wie kann ganz Italien im Besitze dessen sein, was Du nicht geschrieben hast? Mit welchem Recht verlangst Du, daß ich auf etwas erwidere, dessen Abfassung Du leugnest? So töricht bin ich doch nicht, daß ich mich verletzt fühlen sollte, bloß weil Du eine andere Meinung hast. Aber wenn Du meine Worte scharf tadelst und Rechenschaft über meine Schriften forderst, wenn Du auf Änderungen bestehst, Widerruf verlangst und mir böse Augen zudrehst, das verletzt die Freundschaft und verstößt gegen das Gesetz der Liebe. Wir wollen uns nicht wie Knaben zanken und unseren Gönnern oder Gegnern Stoff [S. 431] zu Auseinandersetzungen liefern. So schreibe ich, weil ich Dich aufrichtig und christlich zu lieben wünsche. In meinem Herzen soll nichts zurückbleiben, was mit meinen Worten nicht übereinstimmt. Mir steht es nicht an, etwas gegen einen Bischof meiner Kirche zu schreiben, nachdem ich von Jugend an bis ins Alter mit den frommen Brüdern in meinem Klösterlein schwer gearbeitet habe. Erst recht nicht gegen einen Bischof, den ich liebte, ohne daß ich ihn persönlich kannte, der mir als erster seine Freundschaft antrug, in dem ich freudigen Erwartens meinen Nachfolger im Studium der Schrift sah. Sollte also die strittige Schrift nicht von Dir herrühren, dann verleugne sie und verlange keine Antwort auf etwas, was Du nicht geschrieben hast! Bist Du aber der Verfasser, dann gib es freimütig zu! Wenn ich dann freilich zu meiner Verteidigung einiges schreibe, dann trifft die Schuld Dich, der Du mich herausgefordert hast, nicht aber mich, der ich zu einer Erwiderung gedrängt worden bin.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger