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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo XXXIX-L: Zwölf Predigten auf Quadragesima.
Sermo XL. 2. Predigt auf die vierzigtägige Fastenzeit.

5.

In dieser Zeit aber, Geliebteste, die für die Ausübung des Guten ganz besonders geeignet ist, lassen sich auch noch andere herrliche Tugendkränze erringen, die man sich nicht durch Spenden aus seinen Kornspeichern und auch nicht durch Geldopfer erwerben kann. Dazu gehören die Bekämpfung der Zügellosigkeit, das Ablegen der Trunksucht und die Unterordnung unserer sinnlichen Begierden unter die Forderungen der Keuschheit.1 , wenn sich Haß in Liebe verwandelt, wenn man sich mit seinen Feinden wieder aussöhnt, wenn man durch Ruhe seinen Zorn unterdrückt und aus Sanftmut eine Beleidigung verzeiht, wenn endlich das gegenseitige Verhältnis zwischen Herrn und Dienern ein solches ist, daß jene ihre Macht weniger fühlen lassen und diese mit größerer Hingebung den Befehlen gehorchen. Wenn wir diese Vorschriften befolgen, Geliebteste, dann werden wir Gottes Barmherzigkeit erlangen und nach Verzeihung unserer Sündenschuld in gottgefälliger Weise das ehrwürdige Osterfest feiern. So halten es auch die frommen Kaiser des römischen Reiches gemäß einem schon lange bestehenden heiligen Brauche. Zu Ehren des Leidens und der Auferstehung des Herrn demütigt sich ihre Macht und Majestät, mildern sie die Strenge ihrer Gesetze und befreien sie die vieler Verbrechen Schuldigen aus ihren Kerkern2 So soll also an diesen Tagen, an welchen der Welt durch Gottes Barmherzigkeit Erlösung zuteil wird, auch die Milde der Kaiser, die sich des Himmels Güte zum Vorbild nimmt, ein Ziel unserer Nacheiferung werden! Mögen es darum die christlichen Völker ihren Fürsten gleichtun und sich durch das Beispiel der Herrscher zur Nachsicht in ihrem Privatleben bestimmen lassen! Wäre es doch ungerecht, wenn der einzelne die Gesetze strenger handhaben wollte als der Staat. Laßt uns daher jede Schuld verzeihen, alle Fesseln lösen, Beleidigungen vergessen und jeglichen Rachegedanken in uns ersticken, damit durch die Gnade, die von Gott und uns Menschen geübt wird, alle am hochheiligen Osterfeste voll Freude, alle schuldlos seien! Durch unseren Herrn Jesus Christus, der mit dem Vater und dem Heiligen Geiste lebt und waltet als Gott, endlos in Ewigkeit. Amen.

1: Solche Tugendkränze erwirbt man sich außerdem
2: vgl. die Verordnung Valentinians II.v.385

 

 

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