Titel newsletter aktuell suche Titel werke start

Diese Datenbank wird nicht mehr weiter ergänzt. Bitte verwende Sie die neue Seite hier: https://bkv.unifr.ch

Hieronymus († 420) - Briefe
VI. Briefe an Theophilus von Alexandrien

88. Hieronymus an Theophilus

Text

Der Brief Deiner Heiligkeit hat mir doppelte Freude bereitet; einmal, weil zwei heilige und ehrwürdige Männer, der Bischof Agathon und der Diakon Athanasius, ihn überbrachten. Weiterhin legte er Zeugnis ab von Deinem Glaubenseifer im Kampfe gegen die abscheulichste unter allen Irrlehren. Die Stimme Deiner Heiligkeit erschallte über den ganzen Erdkreis, und zur Freude aller Kirchen kam das giftige Geifern des Teufels zum Schweigen. Die alte Schlange 1 hat zu zischen aufgehört. Zertreten, mit ausgequetschten Eingeweiden hat sie sich ins Dunkel der Höhlen zurückgezogen; denn sie kann das helle Licht der Sonne nicht mehr ertragen. Ehe Dein Schreiben ankam, hatte ich in der gleichen Sache Briefe ins Abendland gesandt, in denen ich die Leute meiner Sprache auf das Ränkespiel der Irrlehrer hinwies. Ich betrachte es als eine Fügung der Vorsehung, daß Du um die gleiche Zeit an den Papst [S. 395] Anastasius schriebst und so, ohne es zu wissen, eine Stütze meiner Auffassung wurdest. Deiner Mahnung will ich folgen und mir die Aufgabe stellen, hier und in der Ferne die Betörten dem Irrtum abwendig zu machen. Dabei soll es mir einerlei sein, wenn ich mir den Haß gewisser Kreise zuziehe. Wir sollen ja nicht den Menschen zu gefallen suchen, sondern Gott 2 Immerhin ist die Zähigkeit, mit der sich die Gegner für die Irrlehre einsetzen, größer als die Energie, mit der wir gegen sie angehen. Bei dieser Gelegenheit bitte ich Dich, mir etwaige Synodalbeschlüsse zuzuleiten, damit ich, gestützt auf die Autorität eines so erlauchten Bischofs, desto freier und zuversichtlicher meine Zunge in den Dienst Christi stellen kann. Der Priester Vincentius traf zwei Tage vor Niederschrift dieses Briefes aus Rom bei mir ein und läßt Dich in aller Ehrfurcht grüßen. Immer und immer wieder hebt er anerkennend hervor, daß Rom und ganz Italien nächst der Hilfe Christi Deinen Briefen ihre Befreiung verdanken. Ehrwürdiger Vater, fahre in diesem Sinne fort und schreibe bei jeder sich bietenden Gelegenheit an die Bischöfe des Abendlandes, sie möchten mit geschärfter Sichel, um ein von Dir gebrauchtes Bild zu wiederholen, das Unkraut ausrotten!

1: Offenb. 12, 9.
2: Gal. 1, 10; Eph. 6, 6.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung zu den Briefen des Hieronymus
Verzeichnisse

Navigation
I. Briefe familiären ...
II.a. Aszetische Briefe: ...
II.b. Aszetische Briefe: ...
II.c. Aszetische Briefe. ...
II.d. Aszetische Briefe: ...
III.a. Polemisch-apolo...
III.b. Polemisch-apolo...
III.c. Polemisch-apolo...
IV.a. Briefe wissensch...
IV.b. Briefe wissensch...
V. Briefe kirchenrecht...
VI. Briefe an Theophilus ...
. 63. Hieronymus an ...
. 88. Hieronymus an ...
. . Text
. 86. Hieronymus an ...
. 99. Hieronymus an Theo...
. 114. Hieronymus an ...
VII. Briefe an Augustinus ...

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger