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Hieronymus († 420) - Briefe
V. Briefe kirchenrechtlichen und pastoralen Inhaltes
71. An Lucinus aus BaeticaBaetica provincia ist der vom Baetis (Guadalquivir) durchströmte Teil Spaniens (heute Andalusien, Granada und das südliche Estremadura).

2.

Viele haben gut angefangen, aber ans Ziel sind nur wenige gelangt. 1 Alle, die in der Kampfbahn laufen, laufen zwar, aber nur einer erhält den Kranz. 2 An uns aber ergeht das Wort: „Laufet so, daß ihr ihn erhaltet!“ 3 Unser Kampfrichter kennt keine Eifersucht. Erhält einer die Palme, so ist dies für den anderen noch keine Schande. Er wünscht, daß alle seine Kämpfer gekrönt werden. Meine Seele frohlockt, ja so groß ist meine Freude, daß meine Worte unter Tränen herausbrechen, gleich als ob ein tiefer Schmerz mich erfaßt hätte. Der Zöllner Zachäus brauchte noch keine Stunde zur Bekehrung und wurde gleich darauf gewürdigt, den Heiland als Gast in sein Haus aufzunehmen. 4 Desgleichen Martha und Maria, die dem Herrn ein Mahl bereitet hatten. 5 Die Buhlerin wäscht mit ihren Tränen des Heilandes Füße, und mit dem Balsam der guten Werke weiht sie den Leib des Herrn für das kommende Begräbnis. 6 Simon, der Aussätzige, lädt den Herrn samt seinen Jüngern ein und wird nicht abschlägig beschieden. 7 Abraham erhält die Weisung: „Verlasse dein Land und ziehe fort von deiner Verwandtschaft und aus dem Hause deines Vaters, und begib dich in das Land, das ich dir zeigen werde!“ 8 Er verläßt Chaldäa, 9 er verläßt Mesopotamien; er sucht, was er nicht kennt, um nur ja den nicht zu verlieren, den er gefunden hat. Er wußte genau, daß es unmöglich ist, zu gleicher Zeit seine Heimat und den Herrn festzuhalten. Schon damals erfüllte sich an ihm das spätere Prophetenwort Davids: „Ein Ankömmling bin ich vor Dir und ein Fremdling wie alle meine Väter.“ 10 Der Hebräer, d.h. derjenige, der hinübergeht — περάτης sagen die Griechen —, beruhigt sich nicht bei dem Grade der Tugenden, den er bisher erreicht hat, [S. 378] sondern eingedenk des Wortes: „Sie werden voranschreiten von Tugend zu Tugend“ 11 vergißt er das Gute, das er früher getan, und sinnt nur auf das, was ihm in der Zukunft zu tun bleibt. 12 Dafür erhält er einen geheimnisvollen Namen. 13 Dir aber hat er den Weg freigemacht damit Du erkennst, daß Du nicht Deine Interessen, sondern fremde zu vertreten hast, 14 damit Du einsehen kannst daß Du nur in jenen Deine Eltern, Deine Brüder, Deine Schwäger und Verwandten erblicken darfst, welche Dir in Christus verbunden sind. Sagt doch der Herr: „Meine Mutter und meine Brüder sind, die den Willen meines Vaters tun.“ 15

1: Cicero. De amic. 27, 102.
2: 1 Kor. 9, 24.
3: Ebd.
4: Luk. 19, 2 ff.
5: Ebd. 10, 38 ff.
6: Ebd. 7, 38; Mark. 14, 8.
7: Luk. 7, 36.
8: Gen. 12, 1; Apg. 7, 3.
9: Apg. 7, 4.
10: Ps. 38, 13.
11: Ps. 83, 8.
12: Phil. 3, 13.
13: Gen. 17, 5.
14: 1 Kor. 10, 24.
15: Luk. 8, 21; Matth. 12, 50.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger