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Hieronymus († 420) - Briefe
V. Briefe kirchenrechtlichen und pastoralen Inhaltes
69. An Oceanus

7.

Wie aber kann man sagen, daß alle Sünden im Taufwasser versenkt werden, wenn als einzige die frühere Gattin obenauf schwimmt? Glücklich diejenigen, deren Bosheit Verzeihung fand und deren Sünden zugedeckt wurden! Glücklich der Mann, dem Gott die Sünde nicht mehr anrechnet! 1 Ich glaube, wir könnten diesen Versen beifügen: „Glücklich der Mann, dem Gott die Gattin nicht anrechnet!“ Hören wir Ezechiel, den Menschensohn, 2 was er im voraus verkündet über die Macht dessen, der als der Menschensohn in der Zukunft kommen soll: „Ich will euch von den Heiden fortnehmen und mit reinem Wasser besprengen. Dann werdet ihr rein werden von all eurer Unreinigkeit, und ich werde euch ein neues Herz und einen neuen Geist geben.“ 3 Der Herr sagt also: „Ich werde euch reinwaschen von allem Schmutze.“ 4 Aus dem Worte „allem“ ergibt sich, daß nichts ausgenommen wird. Wenn nun die Taufe alles rein macht, was schmutzig ist, um wieviel mehr kann man dann von [S. 367] ihr voraussetzen, daß sie das, was an sich rein ist, nicht beschmutzt? Ich werde euch ein neues Herz und einen neuen Geist geben. 5 Denn in Christus gilt weder die Beschneidung noch die Vorhaut etwas, sondern die neu geschaffene Natur. 6 Deshalb singen wir auch ein neues Lied. 7 Nachdem wir den alten Menschen abgelegt haben, 8 wandeln wir jetzt im neuen Geiste und nicht mehr im alten Buchstaben. 9 Das ist der neue Stein, auf dem ein neuer Name geschrieben steht, den niemand lesen kann wie nur der, der ihn empfängt. 10 Wir alle sind auf Jesus Christus getauft, wir sind auf seinen Tod getauft. Begraben wurden wir zusammen mit ihm im Tode durch die Taufe, damit auch wir in einem neuen Leben wandeln, sowie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferstanden ist. 11 Immer wieder lesen wir von neuem Leben, und trotzdem soll einzig und allein das verpönte Wort Gattin von aller Erneuerung ausgeschlossen sein? Mit Christus sind wir in der Taufe begraben worden. Wir sind wiedererstanden durch den Glauben an die Kraft Gottes, der ihn von den Toten auferweckt hat. Als wir tot waren in den Sünden und in der Unbeschnittenheit unseres Fleisches, da hat er uns zusammen mit ihm lebendig gemacht. Denn er verzieh unsere Fehltritte, vernichtete den gegen uns ausgestellten Schuldschein, der gegen uns sprach, schaffte ihn fort und heftete ihn ans Kreuz. 12 Alles, was zu uns gehört, ist mit Christus gestorben, alle Sünden des alten Schuldscheins sind vernichtet. Da soll als einziges das Wort Gattin am Leben bleiben? Die Zeit würde nicht hinreichen, wollte ich alle Stellen aus den heiligen Schriften zusammentragen, welche von der Wirksamkeit der Taufe handeln, versuchte ich, die geheimnisvolle Kraft unserer zweiten Geburt, die ja unsere erste in Christus ist, zu schildern.

[S. 368]

1: Ps. 31, 1 f.
2: Ezech. 2, 3.
3: Ebd. 36, 24 ff.
4: Ebd. 36, 25.
5: Ezech. 26, 26.
6: Gal. 6, 15.
7: Ps. 32, 2.
8: Eph. 4, 22.
9: Röm. 7, 6.
10: Offenb. 2, 17.
11: Röm, 6, 3 f.
12: Kol. 2, 12 ff.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger